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Veteranenausfahrt des MSC Bittenfeld am 03.08.03
Dienstag, 07. September 2010
Autor: Joachim Rath
veröffentlicht am 15.08.2003 - 1510 mal gelesen

In der Marbacher Zeitung erschien folgender Bericht: "Über 170 Oldtimer, von der 2,8PS starken Monet Goyon bis zum 225PSler Bentley S3, machten die siebte Bittenfelder Veteranenausfahrt rund um den Schwäbischen Wald zu einem echten nostalgischen Erlebnis für Zuschauer und Teilnehmer.

Schon der Start in Bittenfeld macht Spaß:

Hunderte Oldtimerbegeisterte stehen Spalier, jeder Fahrer wird einzeln vorgestellt und mit viel Applaus und großem Staunen ins Rennen geschickt. Spannung bei den Motorradfahrern. Sie dürfen erst nach der Lautsprecheransage ihr Gefährt per Kick-Start zünden. Dies gelingt oft erst nach einigen Versuchen , was den Unterhaltungswert steigert.

Ein Blickfang Karl und Herta Dengler, die ältesten Teilnehmer im Feld. In ihrer Lederkluft schieben die beiden 77-Jährigen ihre zehn Jahre jüngere NSU OSL 351 zur Startlinie. Unter den Anfeuerungsrufen der Zuschauer springt das Motorrad erst nach dem fünften Versuch an. Wie bei einer Triumphfahrt machen sich die drei »Oldtimer« unter kräftigem Applaus auf den Weg.

Einfacher hat es da Andre Roeder aus Ludwigsburg mit seinem Bentley SS von 1965. Großes Staunen im Publikum, als er mit seinem 2,8 Tonnen schweren, 225 PS-starken und weinrot lackierten Cabrio vorfährt. «In so etwas ist früher die Queen gefahren«, erzählt er stolz. Drei Wertungsstellen und zwei Kontrollpunkte hat jeder Fahrer auf der Strecke zu bewältigen.

Zunächst geht es nach Schwaikheim. wo man eine 120-Meter-Strecke mit im Schnitt 22 Stundenkilometer zu fahren hat. Für Roeder beginnt jetzt erst einmal das Rechnen: Sein Tacho zeigt Meilen an außerdem springt die Nadel wild hin und her 14 Meilen muss der Tacho im Schnitt anzeigen, doch in der Kehre kann Roeder seinen Plan über den Haufen werfen. Sein Bentley hat nicht gerade einen engen Wendekreis, so dass Roeder den Rückwärtsgang reinhauen muss, um die Kurve zu nehmen. Die restlichen 50 Meter fährt er mit Vollgas durchs Ziel. Mit durchschnittlich 27 Stundenkilometer liegt er unter diesen Umständen noch ganz gut im Rennen.

Auf dem Weg nach Welzheim müssen einige Mofa-Fahrer ihrer geringen Pferdestärke Tribut zollen. Die Steigung bei Steinenberg wird ihnen zum Verhängnis. Am Kontrollpunkt in Welzheim angekommen, stöhnt Manfred Eichenlaub, dessen 2,8 PS seiner 1924 gebauten Monet Goyon nicht ausreichten: »So einen Berg bin ich bei einer Oldtimer-Rallye noch nie gefahren. Da musste ich mich doch tatsächlich von anderen Motorradfahrern den Berg hochziehen lassen.~ Dass es für die schwächeren Fahrzeuge eine Ausweichstrecke ohne nennenswerte Anstiege gab, hat Eichenlaub wohl glatt übersehen«.

Nun folgt die schönste Strecke der Fahrt, nämlich von Welzheim über Althütte nach Oberbrüden, die langen Passagen durch den schattigen Wald tun in der Sommerhitze gut. Auf der Fahrt erzählt Roeder; »Am beeindruckendsten war einmal ein Rolls Royce Treffen im Lady Spencer Park in England, wo sich tausende Rolls Royce, von 1908 bis heute, versammelt hatten.« Roeder selbst hat neben seinem Bentley 53 noch einen Rolls Royce Phantom 2 Sportcoupe von 1931 sowie einen Phantom 5 von 1965. »Wow, Mama, guck mal, das ist aber eine große Ente«, sagte einmal ein kleiner Junge, als er die großen Anbauscheinwerfer an Roeders Phantom 5 sah und sich offenbar an einen Citroen 2CV erinnerte.

Auch Pannen bleiben auf der Veteranenrundfahrt nicht aus An der Strecke steht Ralf Gammerdinger mit seinem BMW 2000, die Motorhaube geöffnet. Gammerdinger zuckt mit den Schultern; »Mein Lüfterrad ist runtergeflogen und hat den Kühler zerschlagen.» Für solche Missgeschicke gibt es zum Glück das Pannenfahrzeug, das für solche Fälle zumindest als Abschlepphilfe parat steht. Die Rundfahrt ist für Gammerdinger aber dennoch beendet.

Ohnehin ist es nicht einfach, Ersatzteil für die Oldtimer zu beschaffen. Währen sich die meisten ihre Ventile oder Kühler pumpen auf verschiedenen Oldtimermesse teuer kaufen müssen, haben es Karl und Herta Dengler besser: »Unser Neffe hat sich auf die Herstellung von Oldtimer-Ersatzteilen spezialisiert, da kommen wir zum Glück günstiger ran.«

Nach dem zweiten Kontrollpunkt führ die Strecke über Großaspach. wo die Fahrer zentimetergenau vor einer Halteschranke parken müssen, weiter über Kirchberg nach Affalterbach. Dort müssen die Fahrer mit dem Reifen eine Hupe über fahren. Zurück in Bittenfeld warten zwar fast keine Zuschauer mehr, dafür aber kühle Erfrischungsgetränke.

Zum Abschluss der siebten Bittenfelder Veteranen-Rundfahrt wurden die Sieger gekürt. Andre' Röder belegt einen Platz im Mittelfeld, sein Ehrgeiz war aber eh nicht so groß: »Ich fahre auf diesen Rallyes nicht zum Gewinnen mit, sondern ausschließlich des Spaßes wegen.?

Der MSC bedankt sich bei allen Teilnehmern, Helfern, Funktionären, Kuchenbäckerinnen und Sponsoren für die gute und gelungene Durchführung der Veranstaltung.

Ergebnislisten und Bilder können Sie unter www.msc-bittenfeld.de finden.


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