Gedackte Pfeifen

Musikkenner horchen auf und wissen gleich, worum es geht. Dem allgemeininteressiertem Musikfreund kann man diese speziellen Musikinstrumente aber ebenso leicht vorstellen und erklären.

Eigentlich sind gedackte Pfeifen keine Musikinstrumente für sich, sondern gehören zu Gruppen zusammengefasst zur Königin der Instrumente, der Orgel. Wie bekannt bringt jede einzelne der Pfeifen einer Orgel, wenn sie mit Wind – sprich mit Luft – versorgt wird, einen Ton hervor, der einer bestimmten Tonhöhe und Klangfarbe entspricht. Wie in einem Orchester werden die Gruppen der Pfeifen als Register bezeichnet.

Die Besonderheit der gedackten Pfeifen besteht darin, dass sie einen Deckel haben, also gedeckelt sind. Aufgrund dieser Deckel entstehen in der Pfeife Reflexionen der Schallwellen. Als Resultat dieses physikalischen Effekts ist der von einer solchen Pfeife erzeugte Ton eine Oktave tiefer, als es die Rohrlänge erwarten lässt. Man könnte meinen, dass wohl einem schwäbischen Tüftler diese Kompaktbauweise eingefallen sei. Allerdings beweisen Überreste einer antiken mit Wasserdruck betriebenen Orgel (Hydraulis) in Aquincum aus dem 1. Jahrhundert v. Chr., dass dies so nicht stimmt. Denn Aquincum ist der Name der antiken römischen Stadt, die an der Stelle des heutigen Budapests lag, weit entfernt von Bittenfeld.

Nunja, tröstlich ist wenigstens der Gedanke, dass es in vielen Orgeln ein separates Trompetenregister gibt, wie in unserer aktiven Kapelle. Allerdings ist die Spieltechnik grundverschieden. Im Gegensatz zur Orgel nämlich, bei der ein Spieler allein über den Wohlklang entscheidet, müssen sich in unserem Orchester alle Musiker in Harmonie üben. Doch gerade das gemeinschaftliche Musizieren ist ja der besondere Reiz. Wer das erleben möchte, der ist bei uns gut aufgehoben.

Musikstunde der aktiven Kapelle
freitags von 20:00 bis 22:00 Uhr
im Musikheim am Zipfelbach

Darüber denkt man meistens gar nicht nach …

und doch ist es so, dass die Quellen zwar unaufhörlich sprudeln, jedoch nicht jeder Tropfen das Meer erreicht. Was uns aus der Anschauung der Natur so selbstverständlich erscheint, ist auch im Kunstbetrieb ein ehern wirkendes Gesetz. Um hier bei der Musik zu bleiben; keiner sollte glauben, dass sich je ein Komponist daran gemacht hätte, ein Werk für die Ewigkeit zu schreiben. Sicherlich träumt der eine oder andere beim Komponieren vom bleibenden Ruhm. In der Regel sind es doch aber ganz naheliegende Gründe, die am Anfang des Musikschaffens stehen.

Zuerst einmal muss auch ein Künstler seinen Lebensunterhalt bestreiten. Deshalb sollte man den Anteil der Musikstücke, die als Auftragswerke entstanden und entstehen, nicht unterschätzen. Vor nicht allzu langer Zeit waren es Plattenfirmen, die Musiker unter Vertrag nahmen, um ihrerseits das möglichst große Geschäft zu machen. Heute ist die Verwertung über das Internet etwas komplizierter und für Künstler unberechenbar. Einnahmen aus Kompositionen für Reklamezwecke oder die Filmwirtschaft, ja selbst für den Geräuschteppich im Lift oder Kaufhaus sind dagegen regelrecht sicher. Allerdings wird von diesen Werken wohl wenig ins Gedächtnis der Menschheit übernommen.

Doch so neu ist das alles nicht. Selbst Musikgrößen wie ein Johann Sebastian Bach – an den wir uns erinnern, weil sich erst am Donnerstag vergangener Woche sein Geburtstag jährte – hat in seinem Erwerbsleben etliche Musik geschrieben, die eigentlich nicht für unser ergriffenes Lauschen im Konzertsaal gedacht war, sondern „ganz einfach“ für die Vertonung eines Geburtsgedichtes für eine erlauchte Persönlichkeit. In seiner frühen Leipziger Zeit als Thomanskantor hat Bach beinah wöchentlich eine Kantate verfasst. Viele dieser Werke sind verschollen und vielleicht nur ein einziges Mal gehört dem Vergessen anheimgefallen, so wie die Artikel dieser kleinen Rubrik nur einmal gelesen bald im Sediment unserer Nachrichtenwelt versinken.

Nun zumindest in der Musik gibt es aber einen Jungbrunnen, um die Eingangsmetapher nochmal aufzugreifen. Musik bleibt lebendig, wenn sie gespielt wird, wenn man sich mit ihr auseinandersetzt. Und so sorgt eine Schar großer und kleiner Künstler dafür, dass sich ein breiter Strom musikalischer Ideen unaufhörlich durch unser Leben zieht.

Möglichkeiten Teil der Musikwelt zu sein, gibt es etliche. Naheliegende Chancen bieten die örtlichen Vereine für Gesang und Musik. Der Musikverein „Frei weg“ Bittenfeld ist offen für alle Musikbegeisterten:

Musikstunde der aktiven Kapelle
freitags von 20:00 bis 22:00 Uhr
im Musikheim am Zipfelbach

Communiqué

Communiqué ist ein sehr wohlklingendes Wort mit einer schönen Sprachmelodie, prima passend zu einem Verein, der sich der Pflege und Förderung der Musik widmet. Laut Wikipedia steht der Begriff für eine amtliche oder Regierungsmitteilung über den Verlauf und das Ergebnis eines Besuchs, einer Sitzung oder Verhandlung.

Ehrlich gesagt, brauchen wir unseren Bericht zur Generalversammlung des Musikvereins „Frei weg“ gar nicht so hoch aufzuhängen, denn die Veranstaltung war kurz und bündig.

Einer schönen Tradition folgend nutzten wir den Rahmen, um unsere Jubilare zu würdigen. Wir durften ehren

für 10 Jahre aktive Mitgliedschaft

            Anita Claus
          Daniel Zenneck

für 20 Jahre fördernde Mitgliedschaft

           Bruno Federhofer
          Wolfgang Federhofer

für 20 Jahre aktive Mitgliedschaft

            Nicole Haas

für 30 Jahre fördernde Mitgliedschaft

            Werner Näbert

für 40 Jahre aktive Mitgliedschaft

            Birgit Pfeiffer

für 40 Jahre zuerst aktive und dann fördernde Mitgliedschaft

            Thomas Schmalzried

Selbstverständlich gab es auch Berichte, die das vergangene Jahr aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchteten. Diese können von allen Mitgliedern, die sich dafür interessieren, aber leider die Versammlung verpasst haben, beim Vorstand eingesehen werden. Außerdem gab es einen Ausblick in das laufende neue Vereinsjahr, das uns einige Herausforderungen bescheren wird. Die wichtigste davon wird sein, uns personell so zu strukturieren, dass der Verein voll handlungsfähig bleibt. Nächstes Jahr finden nämlich Wahlen zum Vorstand statt.

Einmal ist immer das erste Mal

Für die jüngsten Konzertbesucher war es ein phantastischer Einstieg in die Welt der konzertanten Blasmusik. Doch ebenso für manch einen der Älteren mag es ein erstes Mal gewesen sein. Ein erstes Mal vielleicht, dass Blasmusik den musikalischen Gaumen auf diese Weise gekitzelt hat. Selbst für erfahrene Konzertbesucher könnte es ein erstes Mal gewesen sein, das Mitpublikum so überschwänglich begeistert und ganz aus dem Häuschen zu erleben. Zu verdanken haben sie alle dieses Erlebnis 5 Musikern aus Übersee, die gemeinsam das Ensemble Canadian Brass bilden.

Beginnend mit dem Einmarsch der Musikartisten, war die Stimmung im Forum in Ludwigsburg ganz enthusiastisch. Mittendrin haben Bittenfelder Musikfreunde mitgefeiert, denn ein Musikverein ist ja nicht nur zum Musik selber machen da, sondern genauso zum gemeinsam genießen. So hatte sich denn eine Abordnung unseres Vereins auf den Weg zu diesem musikalischen Festmahl gemacht.

Zu genießen gab es bei jenem Bläserdinner einiges. In der Fülle berauschte die Lebensfreude eines Johann Sebastian Bach, die unter anderem in den Brandenburgischen Konzerten ihren Ausdruck fand. Mozarts Ouvertüre der Zauberflöte erfuhr eine wundervolle Wandlung in ein Bläserquintett. Und eine recht eigenwillige Überarbeitung der Oper Carmen verblüffte das Publikum. Mit ihrer ungewöhnlichen Spieldauer von nur 10 Minuten für die komplette Handlung, ihrer minimalistischen aber doch eindeutigen Kostümierungen sowie unerwarteten Akteuren wird sie für die Meisten wohl lange im Gedächtnis bleiben. Gewürzt und abgerundet wurden diese Leckerbissen mit Jazzstandards vom Feinsten.

Wir möchten, dass diese wahrhaft besonderen Erlebnisse möglichst vielen Bittenfeldern zu teil werden. Allerdings ist eine Jahresplanung für solche Events schwierig. Manchmal muss es schnell gehen. Deshalb wollen wir interessierten Vereinsmitgliedern und Mitbürgern die Möglichkeit geben, sich vormerken zu lassen. Über diesen Weg können dann Einladungen zur solchen Veranstaltungen mit kurzem Vorlauf verteilt werden.

Neben diesen Mithöraktivitäten, bleiben wir selbstverständlich unserem Kernanliegen treu und zwar Allen, die gemeinsam musizieren möchten, die Möglichkeit dafür zu eröffnen.

Musikstunde der aktiven Kapelle
freitags von 20:00 bis 22:00 Uhr
im Musikheim am Zipfelbach

Der Lenz klingt

Wer ein feines Gehör hat, der erfreut sich nicht nur an den ersten kräftigen Sonnenstrahlen, sondern der kann den Lenz förmlich hören. In den Gärten ermuntert der Wind viele kleine Glöckchen zu ihrem feinen Spiel. Und mehr und mehr setzen auch schon andere Melodien ein. Noch ist es ein zaghaftes Trillern und Zwitschern. Doch bereits in nächster Zeit werden wir die Balzgesänge unserer gefiederten Mitbewohner in Bittenfeld in ihrer ganzen Vielfalt bewundern dürfen. Und so nimmt es nicht Wunder, dass gerade die Flöte ein äußerst populäres Musikinstrument geworden ist, welches schon in grauester Vorzeit für Freude in den Höhlen und Vergnügen an den Lagerfeuern gesorgt hat.

Als eines der wenigen Instrumente hat es die Flöte sogar in unseren Sprichwortschatz geschafft. Ein kultivierter Mensch nämlich entlockt einer Flöte entzückende Melodien. Einem groben Klotz dagegen muss man erst „die Flötentöne beibringen.“

Egal, ob Frau oder Mann erst am Anfang einer musikalischen Laufbahn stehen oder bereits gekonnt Flöten-, Trompeten- Klarinetten- oder andere Wohlklänge in die Welt hinausposaunen können, bei uns macht es in geselliger Runde auf jeden Fall Spaß

Musikstunde der aktiven Kapelle
freitags von 20:00 bis 22:00 Uhr
im Musikheim am Zipfelbach

Dass Flöten auch noch ganz anders können, hat uns Clemens Brentano (1778-1842) wie folgt überliefert

Hör, es klagt die Flöte wieder,
und die kühlen Brunnen rauschen,
Golden wehn die Töne nieder,
Stille, stille, lass uns lauschen!
Holdes Bitten, mild Verlangen,
Wie es süß zum Herzen spricht!
Durch die Nacht, die mich umfangen,
Blickt zu mir der Töne Licht.

Märchenhaftes

Dass Musik Wunder ermöglichen kann, wird nicht nur durch außergewöhnliche Musikerlebensläufe selbst in der jüngsten Vergangenheit belegt, auch in vielen Geschichten aus grauer Vorzeit wird davon berichtet.

Nehmen wir als Bespiel die Story, der vier älteren Herrschaften. Sie wollten in einer Hansestadt eine Karriere als Band anstreben, brachten aber schon auf dem Weg dahin ruchlose Gesellen zur Strecke. Als einzige Waffen benutzen sie dafür ihre Klugheit, tja und ihre Musik. Leider können wir uns von dem Sound nur vage Vorstellungen machen, denn Instrumente werden in dem Bericht keine erwähnt. Nur die Stimmkraft und die wohl umwerfende Harmonie der Sänger waren letztlich dafür ausschlaggebend, dass sie quasi als Gage eine Immobilie in der Natur erwerben konnten.

Doch ebenso Instrumente allein können sehr wohl im Mittelpunkt magischer Handlungen stehen. So wurde über die Zaubergeige ein Roman verfasst, der nur wenige Jahre später verfilmt wurde.

Interessanterweise gibt es auch eine Oper mit dem Namen Zaubergeige. Komponiert wurde sie von Werner Egk. Die Uraufführung fand 1935 in Frankfurt am Main statt, fünf Jahre bevor der Roman erschien. Wirklich bemerkenswert dabei ist, dass die Oper und der Roman nur den Titel gemeinsam haben. Erzählt werden komplett unterschiedliche Geschehnisse. Aber der Merkwürdigkeiten nicht genug. Fast hundert Jahre zuvor hatte nämlich Jacques Offenbach eine Operette mit gleicher Überschrift verfasst, deren Inhalt sich selbstverständlich sowohl von der Oper als auch dem Roman unterscheidet.

Instrumente, die Musiker unserer Kapelle erklingen lassen, sind genauso im Reich der Märchen zu finden. Die Zaubertrommel von Benedikt Schack gehört zu der Gattung der im 18. Jahrhundert so beliebten deutschen Türkenopern. Der vielleicht berühmteste Vertreter dieser Opernspielart ist jedoch die Zauberflöte, deren Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart nun wirklich ein jeder kennt.

Immerhin auch wir fühlen uns zurzeit von der Fügung verwöhnt, finden sich doch seit Anfang des Jahres gleich drei Mädels in unseren Reihen, die den Flöten zauberhafte Töne entlocken.

Wir sind gespannt, wie es weitergeht.

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freitags von 20:00 bis 22:00 Uhr
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Segel setzen und Leinen los

So mag es erschollen sein, als Abenteurer wie Christoph Kolumbus oder Ferdinand Magellan aufbrachen, um die Welt zu entdecken. Heute muss man dafür nicht mal unbedingt das Sofa verlassen. Die neuen Medien, selbst das gute alte Fernsehen oder noch traditioneller Bücher bringen die Welt zu uns. Einzig die Neugier auf das Unbekannte darf nicht versiegen und schon kann man eintauchen in die fremden Welten. Wer sich nur ein bisschen mehr Mühe macht und vielleicht mal ein Konzert besucht, in dem für unsere Ohren exotische Musik dargebracht wird, kommt aus dem Staunen nicht heraus.

In der vergangenen Woche zum Beispiel gastierte Juan Josè Mosalini und das Gran Orquesta de Tango in Ludwigsburg. Sie haben diesen Namen noch nie gehört? Wahrscheinlich diese Art Musik ebenfalls noch nicht, denn Tango ist nicht gleich Tango. Was uns wie ein alter Vertrauter erscheint, ist in Wirklichkeit ein unbekannter Besucher aus einer anderen Sphäre, der längst noch nicht alle seine Geheimnisse in Europa offenbart hat. In Ludwigsburg jedenfalls präsentierte er sich von seiner ganz poetischen Seite. Statt des durchklopfenden 2/4- beziehungsweise 4/8-Taktes, der gerade in der deutschen Form des Tangos so streng rhythmisch ist, erklangen bei jenem Konzert symphonische Dichtungen, die ähnlich einem Diamanten alle Einflüsse des Tangos brillieren ließen. Die Herzen der Zuhörer wurden berührt von bisweilen schluchzenden Weisen und gleich danach aufgepeitscht von stakkatodominierten Takten. Es war eine furiose Hochzeit aus lateinamerikanischer Milonga mit polnischer Polka und afrikanischer Candombe. Und das geradezu unglaubliche daran war, dass diese begeisternde Musik ohne ein einziges Blasinstrument auskam. Stattdessen spielte das Bandoneon die erste Geige, wenn man das mal so sagen darf.

Eine kleine nette Randnotiz geleitet uns denn wieder in die Heimat. Das Instrument nämlich, das dem Tango seinen besonderen Charakter verleiht, das Bandoneon ist eine deutsche Erfindung. Tatsächlich.

Kommen wir zurück nach Bittenfeld. Auch hier vor Ort gibt es musikalische Entdeckungsreisen. Die aktive Kapelle ist gerade mittendrin, Neues zu erschließen. Manchmal ist es anstrengend aber immer spannend.

Musikstunde der aktiven Kapelle
freitags von 20:00 bis 22:00 Uhr
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Besondere Tage

Der vergangene Sonntag war ein besonderer Tag. Nicht nur, dass der Bürgerverein Herwarth von Bittenfeld sein nun bereits traditionelles Schlachtfest in der Zehntscheuer ausrichtete, nein in Leipzig gedachte man Felix Mendelssohn Bartholdy zu seinem 210.Geburtstag. Natürlich fand dieses Jubiläum bei Musikfreunden in aller Welt Beachtung, doch die Stadt Leipzig hat ihrem Ehrenbürger besonders viel zu verdanken. Schließlich war es Felix Mendelssohn Bartholdy, der den genialen Komponisten Johann Sebastian Bach dem Vergessen entriss und uns sein reiches Musikschaffen wiedereröffnete. Außerdem gründete er in Leipzig das erste Konservatorium in Deutschland und rückte diese Stadt damit ins Zentrum der europäischen Musik. Und weil sich dieser begabte Musiker bereits seit Kindestagen als fleißiger Komponist betätigte, und man aus seiner Feder eine Reihe unumstrittener Meisterwerke kennt, erhielt er von Robert Schumann den Beinamen „Mozart des 19. Jahrhunderts.“

Wem dieser Geburtstag zu weit zurückliegt und wen es nach aktuelleren Musikereignissen dürstet, der kann ja ausgiebig mit Dieter Bohlen feiern, der es an diesem Donnerstag zu seinen 65. Geburtstag sicher krachen lässt. Interessant, er gehört dem gleichen Jahrgang an wie Angela Merkel. Sicher, der Glanz des Erfolgsduos „Modern Talking“, das uns Hits wie „You’re My Heart, You’re My Soul“ bescherte, verblasst. Doch ein Barde wie Dieter Bohlen mischt selbst in unseren Tagen kräftig in der Musikszene mit. Als Jurymitglied bei „Deutschland sucht den Superstar“ und „Das Supertalent“ knüpft er auf seine Weise irgendwie an das musikfördernde Wirken Felix Mendelssohn Bartholdys an. Nun ja.

Nachwuchsförderung und Musikausbildung werden auch in unserem Verein ganz groß geschrieben. Mit unseren diversen Angeboten machen wir viel für die Heranwachsenden. Doch auch für musikbegeisterte Erwachse sind wir die richtige Adresse in Bittenfeld.

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freitags von 20:00 bis 22:00 Uhr
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Fagott und Waiblingen

bereits in der vergangenen Woche stand das Fagott im Mittelpunkt dieser kleinen Kolumne und wurde dabei etwas ungewöhnlich und schräg beleuchtet. Nun soll hier Gelegenheit einer Ehrenbetrachtung sein, denn dieses beachtliche Holzblasinstrument spielt für die Stadt Waiblingen eine nicht ganz unbedeutende Rolle.

Vermutlich weiß es nicht jeder, doch in der Anton-Schmidt-Straße in Waiblingens Kernstadt befindet sich die Meisterwerkstatt für Holzblasinstrumentenbau – Bernd Moosmann GmbH. Sie ist die Wiege für bis zu 300 Fagotte pro Jahr. Gespielt werden diese Meisterwerke quasi in der ganzen Welt. In über 60 Ländern auf allen Erdteilen verhelfen diese speziellen Exportschlager aus unserer Heimat Künstlern zu Erfolgen.

Einen nicht zu unterschätzenden Anteil an diesem Erfolg, hat die Entwicklung eines besonderen Kontrafagotts. Diese einzigartige Ausführung kann nämlich einen halben Ton tiefer gehen als seine klassischen Geschwister. Zuerst bestellt hatte es vor 35 Jahren der österreichische Fagottist und Komponist Professor Werner Schulze. Er wollte auf diese Weise mit seiner Musik den Walgesängen im wahrsten Sinne des Wortes näher kommen. Diese großen Meeressäuger könnten diese tiefen Töne – wie man so weiß – verstehen. Ob ihnen aber jemals ein Konzert mit einem Moosmann Kontrafagott mit Subkontra-As vorgespielt wurde, ist leider nicht überliefert. Was Wale dazu zu sagen hätten eben so wenig.

Nun ja Wale gehören in Waiblingen üblicherweise auch nicht zum Publikum und in Bittenfeld ebenfalls nicht. Für unser heimisches Publikum und Freunde der Blasmusik „renovieren“ wir gerade unsere Notenmappen. Das Ausprobieren und Anspielen machte die letzten Proben deshalb recht interessant. Und die kommenden werden es genauso.

Wer mitmacht kann Musik gestalten.

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Fagott und Degas

Wenn man die einschlägige Literatur nach Witzen über das Fagott oder Fagottisten durchsucht, wird man kaum fündig. Vielleicht liegt es daran, dass es in der Unterhaltungsmusik selten, eigentlich gar nicht eingesetzt wird. Wer es darauf anlegt, kann ein Fagott nur in klassischen Konzerten hören. Beim Blick ins Orchester kann man es dann aber nicht übersehen. Schließlich ist das Instrument ungefähr 1,35 m hoch. Die Länge des gesamten Rohres beträgt aber ca. 2,55 m, da es aus zwei Röhren gebildet wird, die über den sogenannten S-Bogen verbunden werden. Je nach Vorlieben und Bedarf des Spielers kann dieser S-Bogen aus verschiedenen Metallen und Legierungen bestehen wie zum Beispiel Neusilber oder Messing. Doch selbst Silber, Gold und sogar Platin wurden dafür schon verwendet. Ähnlich wie beim Geigenbogen ist die Suche nach dem S-Bogen, der perfekt zum Fagott passt, oft sehr langwierig. Fagottisten besitzen meist mehrere S-Bögen in verschiedenen Längen, um das Instrument grob zu stimmen.

Für alle, die es weniger in Konzertsäle zieht, die dafür lieber ins Museum gehen, sei ein Gemälde empfohlen, in denen ein Fagott und sein Spieler eine vordergründige Rolle spielen, fast möchte man meinen, ein Solo. Gemalt hat es Edgar Degas. Zu sehen ist es im Musee d’orsay in Paris. Wer nicht ganz so weit reisen will oder kann, der möge wenigstens Frankfurt am Main in Erwägung ziehen. Das dortige Städelmuseum schätzt sich glücklich, ebenfalls einen Degas zu besitzen und zwar „Die Orchestermusiker.“

Aber wir schweifen ab. Hier nun endlich wenigstens ein Witz zu dem Thema:

„Kontrafagottisten sind fanatische Musiker. An einer Stelle hat ein Kontrafagottist tatsächlich mal einen Ton zu spielen. Er meldet sich deshalb und fragt den Dirigenten, wie der Ton klingen sollte. Er spielt einen Ton vor: „ooooooorb“ oder so „oooooorrrrb“? – „Eigentlich egal“, sagt der Dirigent, „aber ziehen Sie bitte danach die Spülung!“

Das lässt sich kaum steigern? Oder wie ist die Steigerung von Fagott – Forget – Forget it?

Naja wir können uns diese Scherze leisten. Bisher hatten wir keinen Fagottisten bei uns im Musikheim zu Gast.

Doch falls mal einer kommt, so ist er herzlich eingeladen, mit uns zu musizieren, wie übrigens jeder, der das hier liest und Freude am Musikmachen hat.

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