Klingende Werkzeuge

Ja was soll man sagen. Die brutheißen Tage sind in unseren Breiten wohl erst mal vorbei. Und auch die Schulferien gehen am kommenden Wochenende wieder zu ende. Statt Spaß und Spiel bestimmen nun Lernen und Arbeit wieder unser Leben. An den volleren Straßen ist es schließlich für alle zu spüren. Wenigstens das Autoradio kann dabei die Stimmung ein bisschen aufhellen.

Apropos Musik nebenbei hören; nicht allen ist es vergönnt, sich hauptamtlich mit Musik zu beschäftigen. Manche dürfen beim Schaffen Unterhaltung genießen. Andere müssen sich beim Geld verdienen bedudeln lassen. Und etliche können im Erwerbsprozess keine Musik konsumieren, weil es der Job nicht zulässt.

Dabei ließe sich mit einigen Arbeitsgeräten eine ganz passable Klangwirkung erzeugen. Und damit ist nicht das Hämmern auf der Tastatur gemeint. Geradezu berüchtigt wurden zum Beispiel die singenden Sägen. Vermutlich gelangweilte Holzfäller in Skandinavien kamen auf die Idee, ein bisschen Abwechslung in ihren Alltag zu bringen. Andere Quellen glauben an Anfänge in Südamerika. Richtig populär machten die „Weaver Brothers“ diese Musik als sie vor gut hundert Jahren mit singenden Sägen durch Europa und die USA tourten.

Man erwartet es kaum, doch eines der bekanntesten Talente an diesem Instrument war Marlene Dietrich, die in den Drehpausen zum Film „Café Electric“ in Wien gemeinsam mit Igo Sym romantische Duette aufführte – er am Klavier. Sie nahm die Säge später mit nach Hollywood und ließ sie dort auf Partys erklingen. So erspielte sie sich den Ruf, die „First Lady“ auf der Singenden Säge zu sein.

So erstaunt es auch nicht, dass in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts namhafte Komponisten dieses kuriose Instrument entdeckten und spezielle Kompositionen dafür erschufen. Unter anderem Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch und Aram Chatschaturjan wussten den besonderen Klang effektvoll zu nutzen.

Keines dieser Stücke findet sich allerdings in unserem Repertoire, wahrscheinlich aus Mangel an geübten Spielern. In unseren Proben

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Musikstunde der aktiven Kapelle
freitags von 20:00 bis 22:00 Uhr
im Musikheim am Zipfelbach
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pflegen wir aber auch einen guten Sound. Selbstverständlich unter strenger Einhaltung aller Abstands- und Hygieneregeln, um die Gesundheit unserer Musiker*innen nicht zu gefährden.