Friedliche Koexistenz

Eigentlich ist das ja ein Begriff aus der Politikwissenschaft. Womöglich ist er in den letzten Jahren ein bisschen aus der Mode gekommen. Doch das Anliegen als solches hat immer noch seine Berechtigung, vielleicht mit passender Ausdehnung auf bisher nicht berücksichtigte Lebensbereiche. Denn auch andere tradierte Konzepte erfahren ja gewisse Erweiterungen. So wurde die von unseren Vorfahren übernommene Einteilung des Jahres in nur vier Jahreszeiten schon vor längerer Zeit um wenigstens eine Fünfte ergänzt. Zumindest in den Fasnets- und Karnevalshochburgen ist man davon felsenfest überzeugt. Die Fans der einwöchigen SWR-Hitparade sehen das ohne Zweifel ebenfalls so. Und hier kommen wir zurück zur friedlichen Koexistenz, die bei dieser Gelegenheit mal wieder einen prächtigen Beweis gefunden hat. Die große Bandbreite und Unterschiedlichkeit der gewünschten und gespielten Musik ist nämlich immer aufs Neue faszinierend, genauso wie das Aushalten der Anderen, die einen gänzlich anderen Musikgeschmack haben. In einer Zeit, in der es ohne Probleme möglich ist, sich jahrelang in der eigenen Informationsblase zu bewegen und nur mit Gleichgesinnten und Gleichgeformten zu kommunizieren, ist das keine Selbstverständlichkeit mehr.

Ob unser Programm zum geplanten Jahreskonzert am 05.Dezember in der Bittenfelder Gemeindehalle die Zuhörer ebenso fesseln wird, wissen wir noch nicht. Aber wir arbeiten feste dran. Natürlich schaffen wir keine 1.000 Titel. Jedoch abwechslungsreich soll der Abend auf jeden Fall werden. Selbstverständlich wird Beethoven mit von der Partie sein, gleichberechtigt mit Ed Sheeran sowie einem musikalischen Beitrag eines unserer eigenen Nachwuchstalente. Feierliches trifft Witziges. Und Augenblicke mit großen Emotionen gehören desgleichen ins Programm.

Bis es soweit ist, bleibt uns Musiker*innen fleißiges Üben und uns allen verantwortungsbewusstes Handeln und Berücksichtigen der Hygieneregeln, so dass im Spätherbst öffentliche Konzerte möglich sein werden.