Der Gewinner ist …

Das Jahr 2020 hat uns Kenntnisse und Einsichten beschert, von denen wir vor einem Jahr weder eine Ahnung hatten, dass sie existieren noch dass sie eine Bedeutung für uns gewinnen werden. Wie selbstverständlich hantieren wir nun jedoch mit Begriffen wie Inzidenzwert und beobachten den täglichen R-Wert in der Presse. Für viele hat sich auch das Verhältnis zur Natur in unserer unmittelbaren Umgebung geändert. Der eine oder andere Zeitgenosse entdeckte unter Umständen erst jetzt, wie schön es hierzulande ist und welche interessanten Mitbewohner wir in Feld, Wald und Garten haben. Und so rückte für manche der Pirol als Vogel des Jahres ins Rampenlicht; wie andererseits die Robinie, als Baum des Jahres die mediale Aufmerksamkeit genoss.

Etwas unbeachtet davon gab es in der Musikwelt gleichfalls eine entsprechende Wahl. Das Instrument des Jahres 2020 ist die Violine. Eine Initiative aus 10 Landesmusikräten wählte diesen Vertreter der Streichinstrumente, weil die Violine nicht nur im Sinfonieorchester die erste Geige spielt, sondern ebenso im Streichquartett. Die Violine ist eine zentrale Figur in der klassischen Musik und ganz selbstverständlich in (fast) allen anderen Musikgattungen zu Hause. Ein abendländisches Musikleben ohne Violine ist schlicht nicht vorstellbar. Denn sie macht zum Beispiel genauso in der irischen Folkmusik oder als Background-Strings im Pop von sich reden. Soweit die Begründung der Jury.

Für die Orchester des Musikvereins „Frei weg“ hatte die diesjährige Nominierung keine besonderen Auswirkungen, weil sich gemeinsame Auftritte mit Streichern nicht so ohne Weiteres gestalten lassen. Vielleicht hätte das Instrument des vergangenen Jahres unsere stärkere Aufmerksamkeit fordern sollen. Das war nämlich das Saxofon. Übrigens standen Instrumente, die in unseren Kapellen heimisch sind, gleich zu Anfang der Initiative im Mittelpunkt und zwar 2008: Klarinette, 2009: Trompete und 2011: Posaune. Nicht auszuschließen, dass wir uns mit dem Instrument des Jahres 2021 mehr arrangieren können. Das wird – wie man jetzt weiß – ein sehr spezielles Blasinstrument sein, und zwar die Orgelpfeife.