Es ist wieder soweit

Vergangene Woche tauchte hier in der Musikrubrik des Blättle ein Instrument auf, das einfach zauberhaft zur Weihnachtszeit gehört und natürlich bereits auch zu den Tagen davor. Es ist die Blockflöte.

In diesem Jahr werden wir wohl kaum Gelegenheit haben, sie beim Bummel über den Weihnachtsmarkt zu hören. Und ebenso wenig kann sie unserer Musikvereinsweihnachtsfeier ihre besondere zu Herzen gehende Note verleihen. Aber die Wochen vor Weihnachten sind ja eine Zeit voller Wunder. Wer weiß, wer da wem noch eine besondere Überraschung bereiten möchte. Wohl dem, der Kinder, Enkel, Nichten und Neffen hat, die mit Fleiß die Adventszeit bereichern.

Für viele Zeitgenossen gehören Blockflöten und Kinder zusammen. Diese Beobachtung ist insofern richtig, weil sich dieses Instrument leicht erlernen lässt. Deshalb bietet unser Verein gerade den kleinen Musikeinsteigern im Vorschulalter die Möglichkeit der Ausbildung in bekannter und geschützter Umgebung hier im Ort, hier in Bittenfeld.

Allerdings wird zumeist übersehen, dass dieses Holzblasinstrument eine sehr lange und wechselvolle Tradition hat. Schon die ersten Instrumente, die sich archäologisch nachweisen lassen, sind einfache Formen einer Flöte. Interessanterweise spielte sich aber in der Antike die Panflöte in die erste Reihe. Diese Position konnte diese Flöte, bei der grifflochlose Pfeifen mit ansteigender Länge gebündelt sind, das Mittelalter hindurch behaupten. Erst in der Renaissance erlebte die Blockflöte ihre Wiedergeburt. Dieses Comeback war dann jedoch wirklich stark. In kurzer Zeit entwickelte sich eine richtige Familie von Blockflöten, mit denen man komplette Ensembles bestücken konnte. Vielleicht spricht der Umstand hier Bände, dass sich im Nachlass des Grafen Fugger von 507 aufgelisteten Blasinstrumenten immerhin 111 Flöten befanden. Im Barock erreichte Blockflötenmusik ihre größte Pracht. Antonio Vivaldi zum Beispiel schrieb mindestens drei Konzerte für den „flautino“, also die Sopranino-Blockflöte. Und bei Johann Sebastian Bach kommen Altblockflöten in den Brandenburgischen Konzerten Nr. 2 und Nr. 4 als Soloinstrumente vor, außerdem in einigen seiner Kantaten und Passionsmusiken. Im Verlauf des 18. Jahrhunderts geriet die Blockflöte allerdings wieder in den Hintergrund und verschwand lange aus der Alltagsmusik. Erst vor hundert Jahren wurde sie wiedermal wiederentdeckt und machte dann neben der Gitarre in der Jugendbewegung Karriere, weil sie leicht zu transportieren und vor allem relativ preiswert herzustellen war.

So, nun haben wir einen eleganten Bogen zu den Überlieferungen gefunden, die uns bis zum Fest bewegen.

Wir wünschen eine stimmungsvolle Vorweihnachtszeit.