{"id":2065,"date":"2026-07-27T08:00:00","date_gmt":"2026-07-27T06:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bittenfelder.com\/v\/mvb\/?p=2065"},"modified":"2026-07-26T20:26:52","modified_gmt":"2026-07-26T18:26:52","slug":"von-musik-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bittenfelder.com\/v\/mvb\/2026\/07\/27\/von-musik-leben\/","title":{"rendered":"Von Musik leben"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Fabel von der \u201eGrille und der Ameise\u201c f\u00fchrt Kindern mit sch\u00f6nen Bildern vor Augen, dass man sich von der Musik allein nicht ern\u00e4hren kann. Doch der Mensch lebt nicht vom Brot allein. So d\u00fcrfen wir davon ausgehen, dass Menschen schon in einem fr\u00fchen Stadium der kulturellen Entwicklung bereit waren, einigen Auserw\u00e4hlten ihrer Gemeinschaft Nahrung daf\u00fcr abzugeben, dass jene Musik machen konnten. Dabei handelte es sich beileibe nicht um einen Akt der N\u00e4chstenliebe, sondern war mit konkreten Erwartungen verbunden. Die Rituale n\u00e4mlich, bei denen Instrumente wie Trommeln, H\u00f6rner und Fl\u00f6ten gespielt wurden, sollten die G\u00f6tter bes\u00e4nftigen, die Sonne wieder bringen oder das Jagdgl\u00fcck vergr\u00f6\u00dfern. Um es in moderner Sprache auszudr\u00fccken, das Musiksponsoring ist uralt und war von Anfang an mit Anspr\u00fcchen verbunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb haben die Klugen unter den M\u00e4chtigen die Musik immer gef\u00f6rdert, um sie anschlie\u00dfend f\u00fcr ihre Zwecke einzusetzen, bei religi\u00f6sen Zeremonien, bei Triumphz\u00fcgen, um ihre Macht zu zeigen oder einfach nur um den Gegnern Angst zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor nur 200 Jahren begannen sich Komponisten und Virtuosen als K\u00fcnstlerpers\u00f6nlichkeiten zu etablieren und versuchten sich aus der unmittelbaren Abh\u00e4ngigkeit ihrer Dienstherren zu l\u00f6sen. Zu welchen Dramen das f\u00fchren konnte, zeigen uns zum Beispiel die traurigen Umst\u00e4nde bei Mozarts Tod. Und selbst solch ein Musiktitan wie Beethoven widmete etliche seiner Werke einflussreichen G\u00f6nnern, den so genannten M\u00e4zenen.<\/p>\n\n\n\n<p>Erst mit der Wandlung der Musik zur Ware wurde sie quasi demokratisiert. Heute bestimmt das zahlende Publikum die Entwicklung in der Branche. Doch selbst diese neue Abh\u00e4ngigkeit ist Entwicklungen unterworfen. Erste \u201ePopgr\u00f6\u00dfen\u201c wie Johann Strau\u00df machten ihr Geld mit Konzerten. In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die Zahl der verkauften Tontr\u00e4ger zum Ma\u00dfstab und Garanten des wirtschaftlichen Erfolges. In unseren Tagen wird der Wert der Musik in Klicks gemessen. Leider profitieren die Musikschaffenden immer weniger direkt davon. L\u00e4ngst machen andere das gro\u00dfe Gesch\u00e4ft. Musikerinnen und Musiker widmen sich deshalb wieder direkt ihren Anh\u00e4ngern und veranstalten aufwendige und teure Konzerte, um sich ein angemessenes Auskommen zu sichern.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Kontrast dazu stehen Frauen und M\u00e4nner, die ihrer musikalischen Begeisterung in Ch\u00f6ren und Orchestern nachgehen, ohne bezahlt zu werden. Im Gegenteil in ihren Vereinen werden sogar Beitr\u00e4ge und Mitarbeit gefordert. So gesehen k\u00f6nnen sie nicht von der Musik leben. Dennoch sind ihre Anstrengungen nicht umsonst. Der Gewinn hier hei\u00dft Freude. Freude, die beim gemeinsamen Musizieren entsteht und Freude, die den Zuh\u00f6rern bereitet wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Jahreskonzert des Musikvereins \u201eFrei weg\u201c<\/strong><br><strong>am Sonntag, dem 22. November<\/strong><br><strong>in der Gemeindehalle Bittenfeld<\/strong><br>Unsere Leidenschaft \u2013 Euer Vergn\u00fcgen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Fabel von der \u201eGrille und der Ameise\u201c f\u00fchrt Kindern mit sch\u00f6nen Bildern vor Augen, dass man sich von der Musik allein nicht ern\u00e4hren kann. Doch der Mensch lebt nicht vom Brot allein. 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