Bericht Generalversammlung 2021

Das Jahr 2021 ist in vielerlei Hinsicht einzigartig. Zu den denkwürdigen Besonderheiten gehört sicherlich der Termin unserer Generalversammlung und zwar mitten in den Sommerferien. Er stellt einen Kompromiss zwischen dem unter Coronabedingungen Machbaren und dem vereins- und steuerrechtlich Notwendigen dar.

Wahlen gab es in diesem Jahr zwar keine. Man darf aber an dieser Stelle ergänzen, dass sich das Team, das im vergangenen Jahr das Vertrauen der Mehrheit erhielt, wacker geschlagen hat. Was etwa in vielen vorangegangenen Jahren, ja Jahrzehnten vielleicht Routine gewesen sein mag, war in diesem Jahr wirklich bemerkenswert, nämlich die Berichte. Der Kassier zum Beispiel konnte darauf verweisen, dass der Musikverein bisher recht solide durch die Pandemie gekommen ist. Der Jugendleiter Thorsten Wolf wiederum berichtete, wie es trotz Auflagen gelungen ist, den Ausbildungsbetrieb soweit wie möglich aufrechtzuerhalten und am Ende sogar mit einem Jugendkonzert zu krönen. Mit vorsichtigem Optimismus wurde obendrein ein neues Projekt skizziert. Der Jugendleiter kann mit Recht stolz auf die Schüler und Ausbilder sein, die so unermüdlich weiter gearbeitet haben. Und der Verein kann stolz sein auf den Jugendleiter und seine Unterstützer.

Und schließlich konnte unser 1. Vorstand Gerd Luithardt ebenfalls über den Musikbetrieb mit Proben und Auftritten berichten. 

Jeder Verein lebt eben durch das Engagement seiner Mitglieder. Deshalb ist eine Generalversammlung immer auch eine gute Gelegenheit Anerkennung auszusprechen. Wie in jedem Jahr durften wir in diesem Zusammenhang einige Jubilare würdigen. 

für 40 Jahre Verbundenheit und Unterstützung

  • Anette Gierer
  • Bernd Meissner
  • Susanne Krönninger
  • Roland Schmalzried

für 30 Jahre treue Mitgliedschaft 

  • Ulrich Stegemeyer

für 20 Jahre treue Mitgliedschaft 

  • Sigrid Schwinger
  • Ulrike Haas
  • Klaus-Dieter Haas

für 10 Jahre aktive Mitgliedschaft 

  • Eliana Wolf

Noch ein Wort zum Musikheim. 

Weil wir uns von unserem bisherigen Pächter getrennt haben, bleibt das das Restaurant am Zipfelbach bis auf weiteres geschlossen.

Ab in den Urlaub

Wer sich unter Ur-laub die Blätter längst ausgestorbener Pflanzen vorstellt, der irrt. Wohl kaum eine Redefigur wird so gerne benutzt und von allen richtig verstanden wie jener Ausdruck, der die arbeitsfreie Zeit beschreibt. Allerdings muss man richtig stellen, dass Urlaub als Benennung nur im deutschsprachigen Raum gebräuchlich ist. Andere Länder, andere Sitten, andere Begriffe.

Zurück zur arbeitsfreien Zeit. Wollte man im Mittelalter für eine gewisse Zeit seine üblichen Pflichten ruhen lassen, um zum Beispiel auf Wallfahrt zu gehen, so musste man dafür seinen Herren um Zustimmung fragen. Mithin ist Urlaub also eine altdeutsche Version des Wortes Erlaubnis. Diesen Urlaub bekamen in der Regel aber nur Privilegierte. Tja und Pilgerfahrten oder Kreuzzüge waren beileibe nicht für die Erholung gedacht.

Heute ist das anders. Urlaub und Ferien sind ordentlich demokratisiert. Jeder kann sie machen, auch wenn es nicht jeden in die Ferne zieht. Immerhin, wie seinerzeit bei den Rittern stehen Ziele am Mittelmeer noch immer hoch im Kurs. Nur ist in unseren Tagen das Gepäck erheblich leichter. Gemäß aktueller Mode trägt man eben deutlich weniger Eisen am Körper.

Sogar die Musikerinnen und Musiker unseres Vereins lassen nun die Instrumente zumindest für die gemeinsamen Proben ruhen. Die Wiederaufnahme der Musikstunden steht erst wieder für September auf dem Plan.

Doch unsere Vereinsaktivitäten pausieren in diesem Jahr selbst im August nicht. Uns steht noch etwas Wichtiges bevor, nämlich die

Generalversammlung
am 22. August 2021
16:00 – 17:00 Uhr
im Musikheim am Zipfelbach

Die Tagesordnung können alle Mitglieder der Einladungen entnehmen, die sie persönlich erhalten haben. Bedauerlicherweise macht auch der Pächter des Musikheims Urlaub. Deshalb werden keine Speisen angeboten.

Für die Bewirtung mit Getränken wird der Verein selbst sorgen und das zu unglaublich günstigen Konditionen. 

Schöne Ferien sowie erlebnisreichen und erholsamen Urlaub wünscht der Musikverein „Frei weg“

Kommen Sie gesund durch den Sommer!

Pseudonyme

Komponisten, die ausschließlich oder wenigstens zum überwiegenden Teil für Blasorchester schreiben beziehungsweise geschrieben haben, gibt es leider sehr wenige. Einer von Ihnen ist Alfred Bösendorfer.

Bei unserem geplanten Herbstkonzert wollen wir eines seiner Stücke aufführen. Wer allerdings versucht, mehr über diesen Komponisten zu erfahren, wird in Verwirrung gestürzt, denn Alfred Bösendorfer hat nie gelebt. Zumindest ist kein Mann mit diesem Namen je als Musiker in Erscheinung getreten. Falls man nun angespornt durch dieses Rätsel ein wenig weiterrecherchiert, dann stößt man auf einen niederländischer Tonkünstler Namens Cornelis (Kees) Vlak. Warum auch immer, er entschied sich, sein umfangreiches Werk unter verschiedenen Namen zu veröffentlichen. Bösendorfer ist nur einer davon. Unter anderem verwendete er ebenfalls das Pseudonym Luigi di Ghisallo. Tja und dieser Name hat bereits einen Platz in den Annalen des Musikvereins „Frei weg“ Bittenfeld. In den Jahren 2005, 2016 und 2019 nämlich stand Luigi di Ghisallo auf den Programmzetteln der Jahreskonzerte. Dabei waren es sowohl die Jugendkapelle ebenso wie die Aktiven, die seine Werke zu Gehör brachten.

Mit einem frei erfundenen Namen in die Öffentlichkeit zu treten, ist keine Erfindung des Internets. Unglücklicherweise ist diese Mode heute massenhaft in Gebrauch, denn die dadurch gewonnene Anonymität gestattet auch unsachliche, falsche und teilweise sogar beleidigende Meinungsäußerungen. Ganz anders gelagert waren und sind die Interessen der Künstler, die zu diesem Mittel gegriffen haben. Teils wollten sie einfach schönere Namen, die sich besser einprägen, so wie Reginald Kenneth Dwight, den wir alle als Elton John kennen. Teils blieb schlicht ein Spitzname hängen. Der britische Musiker Gordon Matthew Thomas Sumner zum Beispiel trat einmal in einem gelb-schwarz gestreiften Pullover auf, in dem er nach Ansicht seines Bandkollegen wie eine Wespe aussah. Deshalb soll jener gerufen haben „Gordon’s got a sting!“ (sting zu Deutsch: Wespenstachel). Und dabei blieb es dann.

Wie dem auch sei. Ein guter Komponist offenbart sich in seiner Musik. Bleiben Sie also gespannt auf unser Konzert im Herbst.

Was uns ausmacht

Es eine Pikanterie der deutschen Sprache, dass wir einerseits von der Natur und andererseits von der menschlichen Natur sprechen. Während nämlich die erstere alles umschreibt, was ohne Zutun des Menschen entstand und sich ohne unseren Willen entwickelt, fasst man unter der Natur des Menschen die Vielzahl unserer speziellen Eigenarten zusammen, also eigentlich genau das, was uns vom Natürlichen unterscheidet. Allerdings sind Antworten auf diese Fragestellungen so unterschiedlich, wie philosophische, religiöse und weltanschauliche Richtungen existieren.

So gibt es zum Beispiel eine Meinung, die das speziell Menschliche an der Sprache festmachen möchte. Allerdings gibt es keine eine Sprache der Menschen, sondern es haben sich tausende entwickelt. Zum anderen gibt es auch bei etlichen anderen höher entwickelten Lebensformen Kommunikationsmethoden, die man durchaus als Sprache betrachten könnte. Den vielleicht herausragenden Unterschied macht die Schrift aus, die Möglichkeit, Sprache vom Sprechenden zu trennen, sie über weite Entfernungen und durch die Zeit zu transportieren.

Interessanterweise sind die ersten Belege der Schrift quasi bürokratische Aktennotizen, die mit Keilsymbolen in weichen Ton gedrückt wurden. Geschichte, Geschichten, Märchen und Poesie fanden sich erst sehr viel später in bleibenden Zeugnissen. Welche wundervolle Ironie bei der Suche nach dem, was uns ausmacht.

Eine Ausdrucksform des Menschen ist sicher frei von der Vereinnahmung durch das rationale Streben unserer Spezies. Die Musik war von Beginn an Poesie. Ihr Zweck ist nicht das Notwendige und zum Überleben wichtige. Mittels Musik kommunizieren Frauen und Männer seit alters her, um sich über das auszutauschen, was man mit Worten so schwer ausdrücken kann.

Wie jede Kulturleistung verlangt auch die Musik Hege und Pflege durch Engagierte. Diesem Anliegen ist der Musikverein „Frei weg“ verbunden und möchte seinen Beitrag gerade hier in Bittenfeld dazu leisten. Wir freuen uns über jeden Mitstreiter, der sich ebenfalls dafür einbringen möchte.

Lachende und weinende Augen

All den kulturinteressierten Bittenfeldern, die nach so vielen musischen Darbietungen aus der Konserve mal wieder Neugier auf was Frisches hatten, konnte der Musikverein „Frei weg“ ein Angebot im Gewand des Jungendkonzerts machen. Diejenigen, die diese Einladung dann tatsächlich annahmen, konnten es sehen das lachende und das weinende Auge des Bittenfelder Kulturlebens.

Der Musikverein ist stolz und glücklich mit so vielen jungen und engagierten Musikern ganz vorne bei der Überwindung der Coronakulturkrise dabei zu sein. Fleiß, Enthusiasmus, Ausdauer und eine gewisse Zähigkeit, benötigt man schon, wenn man trotz widriger Umstände auf solch ein Event hinarbeitet. Bittenfelds Musikjugend hat bewiesen, dass da etwas geht. Und dies in einer bewegenden Vielfalt.

Tränen in den Augen ließen sich nicht ganz verbergen bei der Verabschiedung unserer langjährigen Jugenddirigentin Claudia Kranich, die stets mit voller Hingabe bei der Sache war. Nicht, dass sie die Freude an der Förderung junger Talente verloren hätte, doch ihr nicht minder starker Einsatz in beruflichen Dingen, hat sie zu diesen schweren Entschluss geführt. Wir vom Musikverein sind Claudia Kranich für all das Geleistete sehr dankbar und freuen uns, sie als leidenschaftliche Musikerin in unserer aktiven Kapelle bleiben wird.

Schritte zum Erwachsensein

Am vergangenen Sonntag hatten wir nochmals die Freude, dem Konfirmationsgottesdienst eine feierliche Umrahmung zu verleihen. Abermals war uns das Wetter hold. Und wiederholt konnte man an jenem Sonntag in viele glückliche Gesichter blicken. Es ist ja auch ohne Zweifel ein besonderer Tag im Leben der jungen Menschen. Die Konfirmation ist ein Fest mit hohem Symbolcharakter auf der komplizierten Reise zum Erwachsenwerden. 

Doch dieser Weg führt ja noch weiter. Denn wirklich erwachsen sind die konfirmierten Mädchen und Jungen freilich noch nicht. Andererseits hat dieser Weg schon viel früher angefangen. Er wäre sicher nicht vorstellbar ohne die liebevolle Fürsorge der Eltern für Ihre Kinder und Großeltern für die Enkel. Ebenso die fleißige und geduldige Arbeit der Lehrer, Trainer, Ausbilder und Erzieher hat einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zum Werden der jungen Persönlichkeiten beigetragen. 

Auch in anderen Bereichen des Lebens spielen frühe Weichenstellungen eine wichtige Rolle. Wenn sich die Sportjugend der Welt ab kommenden Freitag in Tokio zur Olympiade versammelt, dann beruhen allein schon die Qualifikation zur Teilnahme und erst recht mögliche Erfolge auf Grundlagen aus den Kindertagen der Athleten. Übrigens finden sich ebenso in den Lebensläufen vieler großer Künstler Schlüsselmomente aus frühster Jugend. Mit anderen Worten, für Freude, Erfüllung und Erfolg in der Musik sind frühe Förderung von großem Vorteil. 

Magie und Zauber

Nach vier magischen Abenden mit erfüllenden Musikstunden war es nun endlich soweit, dass wir das Ergebnis unserer musikalischen Arbeit präsentieren konnten. Man darf sagen, der Zauber hielt. Immerhin ist der Sommer 2021 mit seinen vielen Starkregentagen, Unwettern und nur kurzen Sonnenintermezzi außergewöhnlich genug, dass man dankbar sein muss, dass keines unserer Freitagabendtreffen unter freiem Himmel ins Wasser fiel. Auch die recht niederschlagsreiche Nacht vom Samstag auf Sonntag war eine Herausforderung für die Optimisten. Doch im Finish – siehe – gab es ein Happyend mit einem sehr stimmungsvollen Konfirmationsgottesdienst. 

Viele Gesichter waren verzaubert mit einem strahlenden Lächeln. 

Übrigens standen am Sonntag die Heranwachsenden nicht nur bei den feiernden Familien im Vordergrund. Auch in unserem Orchester zeigten die jungen Musiker durch ihr tolles Engagement, welch wichtige Rolle sie spielen. 

Das allerdings kommt nicht über Nacht, sondern ist Ergebnis fleißiger Arbeit und guter Förderung durch Ausbilder und Eltern. Wer seinen Kindern diese kulturelle Seite des Lebens schenken möchte, findet hier ein gutes Angebot:

Neue Blockflötengruppe
ab Oktober 
mittwochs um 17 Uhr

Info und Anmeldung bei: Anja Weik, 07146/281378 oder weik.musikverein@gmx.de

Es kann kein Zufall sein,…

dass der Neustart der Aktivitäten des Musikvereins mit unserer Musikjugend zusammenhängt. 

So sind die ersten Auftritte der aktiven Kapelle den Konfirmationen am 11. und am 18.Juli gewidmet. Bei den Proben, die wir nun dafür begonnen haben, sind gerade unsere jungen Musiker mit wundervollem Engagement dabei.

Noch erlebbarer wird das kongeniale Duo Jugend und Musik beim

Jugendkonzert
am 25.Juli
im Musikheim am Zipfelbach
(bei geeignetem Wetter Open Air)
Beginn 17:00 Uhr

Und schließlich möchte der Musikverein auch die Kleinsten mitnehmen in die schöne Welt der Musik.

Was sonst noch passierte

Auch unsere zweite Probe in diesem Jahr haben wir unter den ungewöhnlichen Umständen gut absolviert und trotz einiger wettertechnischer Risiken zu einem guten und trockenem Ende gebracht. Thema war erneut moderne Barockmusik.

Mehr gäbe es jetzt erstmal nicht zu berichten.

Da aber die vor drei Wochen gestartete Initiative des Nussbaumverlages für attraktive und interessante Nachrichten aus der Welt der Vereine nun seinem Abschluss entgegen geht, wollen wir an dieser Stelle andere Musikproben mit eigenartigen Begleitumständen nicht unerwähnt lassen. Allerdings, die eigentliche Schilderung ist etwas älter und stammt aus der Feder des Komponisten Richard Strauss. 

Dieser verfasste das kurze aber extrem oft zitierte Musikstück der „Sonnenaufgang“ für seine sinfonische Dichtung „Also sprach Zarathustra“, mit dem die Aktiven des Musikvereins vor 10 Jahren ihren Konzertteil eröffneten.

An seinen Librettisten Hugo von Hoffmannstal nun schrieb er einstmals in einem Brief: „Zwei italienische Opernensembles waren auf einem Ozeandampfer auf dem Weg von Europa nach Argentinien. Beide studierten dieselbe Oper von Puccini ein, die eine auf dem Vorder-, die andere auf dem Hinterdeck. Und aus irgendeinem Grunde ging es darum, wer als Erster fertig sein würde. Die eine Partie bestach den Schiffskoch, daß er den anderen Primadonnen und Tenören Gift in die Speisen mischte, stahl der anderen aus deren Kabinen Klavierauszüge, die man ins Meer warf, so daß der Impresario schließlich nur noch einen Auszug besaß, mit dem unterm Kopfkissen er sich in die ängstlich verschlossene Kabine legte. („Richard Strauss Hugo Von Hofmannsthal Briefwechsel“ herausgegeben von Willi Schuh ISBN: 9783492182522)

Bei unseren Musikstunden geht es weitaus kulturvoller und gesitteter zu. Aber das ist schon wieder eine neue Geschichte.

Erstprobenbericht 2021

Das Jahr hat zweifellos einen Höhepunkt erreicht. Erfreulicherweise ist das einer, der nicht durch alltägliche Statistikberichte hervorgehoben wird, sondern schlicht durch langanhaltende Helligkeit. Mit anderen Worten, das Jahr feiert bald Halbzeit und die Aktiven des Musikvereins haben sich zur ersten Probe getroffen. Das, was sich vielleicht in ein paar Jahren wie der Bericht einer trägen Band lesen wird, ist für uns in diesen Zeiten ein Symbol der Hoffnung. Und ehrlich gesagt, Spaß hat es auch gemacht. 

Open Air. Im magischen Licht der untergehenden Sonne probten wir Festliches für die herannahende Konfirmation und zwar fast das komplette Orchester gemeinsam. Denn für uns war das Zauberhafte zugleich das Nützliche. Auf dem Platz hinter dem Musikheim fiel es uns leicht Hygieneregeln einzuhalten.

Nun gilt es im Mannschaftstraining weiter fleißig zu üben, um beim nächsten Auftritt optimale Performance zu erreichen.