Der etwas andere Musiker

Die Musikverein „Frei weg“ Bittenfeld hat – das ist hinlänglich bekannt – ein Blasorchester, das sowohl bei Vereins- und Straßenfesten für gute Laune sorgt, ebenso auch Abendkonzerte gibt und Gottesdienste feierlich zu umrahmen weiß. Doch weil sein Geburtstag auf den heutigen Tag fällt, wollen wir in dieser Ausgabe einen wirklich außergewöhnlichen Virtuosen aus einer ganz anderen musikalischen Welt ehren, der schon zu Lebzeiten legendär war und um den sich bis heute Mythen ranken. Niccolò Paganini wurde vor genau 240 Jahren in Genua geboren. Freilich, bereits mit diesem Datum beginnen die Geheimnisse. Denn warum auch immer ließ er sein Geburtsjahr fälschen und von 1782 auf 1784 verlegen. Diese Irreführung hatte immerhin bis ins 20.Jahrhundert bestand.

Der Teufelsgeiger, wie ihn bereits seine Zeitgenossen ehrfurchtvoll nannten, begeisterte durch eine geradezu unheimliche Beherrschung verschiedener Saiteninstrumente, allen voran der Violine. Folgende Anekdote mag das ein wenig illustrieren. Angeblich von seinen Biographen Luigi Germi stammt das Gerücht, Paganini habe die Saiten seiner Geige so präpariert, dass sie während des Konzerts eine nach der anderen reißen mussten, bis nur die G-Saite übrigblieb. Auf dieser pflegte er dann ohne Unterbrechung und ohne künstlerische Einbuße weiterzuspielen. So auch einst in Dresden, wo das Publikum vor Begeisterung schrie und Damen in Ohnmacht fielen. Die erste Saite riss, Paganini tat so, als wäre nichts geschehen. Die Zweite riss, dann die Dritte, doch Paganini brillierte ohne Unterlass. Schließlich riss auch die vierte Saite. Paganini spielte unbeirrt weiter. Plötzlich setzte er das Instrument ab und rief: „Jetzt hat mir schon wieder einer ’ne Gitarre untergejubelt.“

Nun wer weiß, ob das stimmt. Amüsant ist das Geschichtchen allemal. Unterhaltung, das ist überhaupt unser Anliegen. Mit diesem Ziel bereiten wir gerade unser

Herbstkonzert
am 20.November
in der Gemeindehalle Bittenfeld
Beginn 18.00 Uhr (Einlass ab 17.00 Uhr)

vor. Allerdings erwartet unser Publikum ein breites Spektrum virtuoser Vorträge an Flöte, Klarinette, Trompete und und … Lassen Sie sich verzaubern.

Kunst und Fiktion

Kunst ist ohne Zweifel in der Lage, Wahrhaftiges hervorzubringen. Aber kann Kunst auch Wirklichkeiten erschaffen, die ohne sie gar nicht existieren würden?

Friedrich Schiller kommt in seiner Ballade „Die Kraniche des Ibykus“ zum dramatischen Höhepunkt mit den Zeilen:

„Und zwischen Trug und Wahrheit schwebet
Noch zweifelnd jede Brust und bebet
Und huldiget der furchtbarn Macht,
Die richtend im Verborgnen wacht“

Sie beschreiben den mystischen Augenblick nach der Aufführung des letzten Dramas eines Dichters, der heimtückisch ermordet wurde. Den einzigen Zeugen dieser Missetat – vorüberziehenden Kranichen – überlässt er die Sühnung derselben. Die Rache erfüllt sich im Theater, wo sich die Mörder durch das wundersame Erscheinen der Kraniche selbst verraten.

Was für Schiller vor 225 Jahren noch lyrisches Gedankenexperiment war, gelang im Jahr 1965 mit dem Film „Alexis Sorbas“ der zufälligerweise ebenfalls in Griechenland spielt. Der Film wurde zum Welterfolg. Das Kunstwerk wurde für insgesamt sieben Oscars nominiert und erhielt schließlich drei davon. Merkwürdigerweise keinen für die Filmmusik, obwohl gerade diese noch größere Popularität erlangte als der Film selbst. Die von Mikis Theodorakis komponierte Titelmusik und zugleich die Melodie des Sirtakis am Ende des Films erreichte in einigen europäischen Ländern die Höchstposition der Charts. In den Niederlanden war das Lied sogar die Nummer eins der Jahreshitparade.

Allerdings ist eben gerade dieser berühmte Sirtaki eine künstliche Vereinfachung einiger griechischer Volkstänze. Sie war notwendig, um die komplizierten Schrittfolgen für den mexikanisch-US-amerikanischen Hauptdarsteller Anthony Quinn tanzbar zu gestalten. Jedoch ist diese Adaption so gut gelungen, dass eigentlich jeder Nichtgrieche, diese Melodie für Volksmusik hält und nicht wenige gerne mittanzen, wenn sich die Gelegenheit bietet.

Wir hoffen, dass sich die Besucher bei unserem diesjährigen

Herbstkonzert
am 20.November

von den erdichteten Welten, die dort musikalisch vortragen werden, genauso einfangen und begeistern lassen. Seien es die phantastischen Märchenwelten oder eine Zeitreise in die die Achtziger. Phantasieanregend ist jede Musik.

Opi, Opern, neue Wege

Die Opern dieser Welt, sie werden heutzutage wohl mehrheitlich von den kulturinteressierten Silver Agern besucht. Es sind die Omas und die Opas, die die Zeit und Geduld aufbringen, sich Bühnenwerke in Echtzeit zu Gemüte zu führen, die mehrere Stunden dauern. Und das ohne die Möglichkeit weniger interessante Passagen zu überspringen oder zwischendurch den Clip zu wechseln.

Dem großen dramatischen Format der musikalischen Klassik sind viele Konkurrenten erwachsen, zuerst leichtere Stoffe in Musicals, dann einfachere Konsummöglichkeiten in Spielfilmen und schließlich die kürzere Spieldauer der Musikschnipsel in YouTube, Instagram & Co.

Aber noch ist die Oper nicht verloren. An vielen Orten dieser Welt bemüht man sich um ihren Erhalt, unter anderem hier in Waiblingen. Dafür beschreitet man neue Wege. Eine Idee ist, junge Künstler und junges Publikum zusammenzuführen und nicht nur das fertige „Produkt“ zu präsentieren, sondern das Werden von Kunst erlebbar zu machen. So war es in der vergangenen Woche bei der 3. Internationalen Opernwerkstatt Waiblingen möglich, an 2 sogenannten öffentlichen Werkstatttagen mitzuerleben, wieviel Arbeit und Mühe investiert werden muss, bevor man auf der Bühne Erfolge feiern darf. Um möglichst zahlreiche junge Kunstfreunde zu erreichen, wurden diese Kurse auch live auf einigen Webseiten im Internet zur Verfügung gestellt.

Beim diesjährigen

Herbstkonzert
am 20.November

des Musikvereins „Frei weg“ steht zwar kein Opernstoff auf dem Programm, aber dramatische Musik haben wir dennoch zu bieten, die anpackt, mitreißt und Freude macht.

Obwohl wir uns über gut besuchte Probenabende immer freitags von 20:00 bis 22:00 Uhr im Musikheim am Zipfelbach freuen, sind diese Musikstunden nicht wirklich öffentlich. Wer sich jedoch am Freitagabend im Restaurant „Bravo“ ein geeignetes Plätzchen sucht, um mit leckeren Gerichten der bosnischen Küche seinen Gaumen zu erfreuen, der kann mit gespitzten Ohren schon einen Eindruck, vom Werden eines Konzertauftritts erhaschen.

Übrigens, Fritzle fragt „Opi, was ist eine Oper?“ Der antwortet „Das ist, wenn jemand ein Messer in den Rücken bekommt, und anstatt zu sterben, anfängt zu singen.“

Fanfaren

„In den Bayreuther Festspielen wird der Beginn jedes Aktes mit einer Fanfare der Blechbläser eröffnet, die dem folgenden Akt entnommen ist.“ weiß Friedrich Herzfelds Lexikon der Musik zu berichten. Genauso ist es, soll es feierlich und  würdevoll sein, dann kündigen Fanfarenklänge das Besondere an.

Auch bei unserem

Herbstkonzert
am 20.November

steht ein Stück im Programm, bei dem Fanfaren eine recht bildgebende Rolle übernehmen, indem sie den Zuhörern helfen, sich in die sagenhafte Welt einer Burg auf der immergrünen Insel hineinzuversetzen. Um es aber gleich vorwegzunehmen, der Musikverein „Frei Weg“ hat gar keine Fanfaren in seinem Instrumentenbestand. Dieser Part wird folglich von den Trompeten übernommen. Das ist kein Stilbruch, denn Fanfaren und Trompeten sind eng miteinander verwandt. Wenn man es genau nimmt, sind Fanfaren eigentlich ventillose Urtrompeten. Erst vor ca. 250 Jahren trennten sich die Entwicklungswege beider Instrumente. Aber noch heute macht das Synonym Heroldstrompete auf die lange gemeinsame Geschichte aufmerksam.

Bemerkenswert an dieser Stelle ist noch die Herkunft des Wortes Fanfare. Ursprünglich bezeichneten nämlich Araber einen Menschen als „farfar“, wenn er geschwätzig war. Daraus entwickelte sich das spanische Wort „fanfarrón“ für Krakeeler beziehungsweise Prahler. Mit der Übernahme französischer Zeremonien und Sitten der Hofhaltung in unsere Gefilde kam dieser Begriff schließlich auch in die deutsche Sprache, nun allerdings im Sinne eines Ausrufers. Dabei ist es geblieben. Fanfaren kündigen an. Lassen Sie sich überraschen, was beim Herbstkonzert folgen wird.

Eiszeit und Blaumann

In der sogenannten Eiszeit war die Schwäbische Alb eine kalte Trockentundra, in der es eigentlich ziemlich wenig Schnee und Eis gab. Weder war Holz leicht zu finden, um ein erjagtes Mammut zu grillen, noch Wasser, um die Bissen dann runterzuspülen. Es waren verblüffende Einsichten, die die Teilnehmer am gemeinsamen Ausflug des Gesang- und Musikvereins gewinnen konnten. Unsere Busausfahrt fand am vergangenen Samstag statt und führte nach Blaubeuren. Und noch etwas konnte diese Exkursion in die graue Vorzeit lehren, nämlich dass der Zusammenhalt zwischen den Menschen schon immer die Grundlage der Existenzsicherung war.

Vereint überleben – allein verloren.

Die Besichtigung der Ausgrabungsstätte im „Hohle Fels“ in Schelklingen war für die Besucher bewegend, ebenso wie die Besichtigung des Originals der ältesten bekannten von Künstlerhand geschaffenen Figur eines Menschen.

Doch es gab noch andere beeindruckende Begegnungen und zwar mit einem Blaumann – und das am Wochenende. Dem Blaumännle allerdings kann man in Blaubeuren nicht ausweichen. Schließlich ziert er das Stadtwappen.

Blau ist in diesem Städtchen überhaupt allgegenwärtig und besonders staunenswert am Blautopf erlebbar, einer äußerst ergiebigen Quelle, deren Wasser schließlich der Donau zuströmen.

Zugegeben, wir hatten auf weniger Wasser aus den Wolken gehofft. Dem guten Miteinander hat jedoch auch der Regen keinen Abbruch getan. Diese Reise hat uns auf besondere Weise als Gemeinschaft erleben lassen.

Herzlichen Dank dem Organisationsteam für diesen gelungenen, interessanten und kurzweiligen Ausflug.

Ludomusikologie

Es liegt im Wesen des Menschen im Umgang mit der Musik, dass wir uns am Bekannten entspannen und erfreuen und doch immer wieder neugierig auf Neues sind. Aber so normal das Unerhörte für Musikfreunde ist, so exotisch klingt doch Ludomusikologie. Laut Definition steht dieser bisher wenig gebrauchte Begriff für ein Gebiet der akademischen Forschung und wissenschaftlichen Analyse, das sich auf Videospielmusik konzentriert und als Musik verstanden wird, die in Videospielen und in verwandten Kontexten zu finden ist. Das klingt ziemlich sperrig, aber eigentlich geht es „nur“ um die speziellen Anforderungen, die diese Sparte der Klangwelt an Komponisten, Produzenten und Programmierer stellt.

Das Publikum ist gewaltig. Bis heute haben sich – um mal ein Exempel herauszugreifen – die Spiele Serie Super Mario weltweit über 387 Millionen Mal verkauft. Hier erkennt man schon eine Besonderheit, denn die musikalischen Themen und Effekte sollen einem weltweiten Spielerkreis gefallen und die Gamer fesseln. Um beim Beispiel zu bleiben; Super Mario wurde von dem japanischen Unternehmen Nintendo unter der Leitung Shigeru Miyamotos entwickelt und feiert Erfolge nicht nur im asiatischen Raum, sondern ebenso in Amerika, Europa, Australien und Afrika.

Apropos fesseln, das ist die vielleicht noch größere Herausforderung. Denn während Musikstücke der realen Welt üblicherweise eine überschaubare Spieldauer haben, die selten die 90 Minuten – zum Beispiel bei Sinfonien – übersteigt, kann man bei nur einem Videospiel bis zu 100 Stunden an einer Konsole oder am Computer verbringen. Jedoch bleibt der Mensch im Kontakt mit der virtuellen Welt immer noch ein Wesen, dessen Gefühle angesprochen werden wollen. Mit anderen Worten, die Musik darf nie langweilig werden und gerade sie ist es, die Stimmung und Atmosphäre der augenblicklich ablaufenden Handlung erzeugt. Bei Werken der heutigen Generation kann der Spielende, der ja das Geschehen kontrolliert und die Aktionen initiiert, sogar Einfluss auf die gerade erklingende Melodie nehmen.

Noch mehr ließe sich über dieses musikalische Paralleluniversum erzählen. Viel besser ist es jedoch diese Musik selbst zu erleben. Der Musikverein „Frei weg“ wagt das scheinbar Unmögliche und präsentiert ein Arrangement, das exklusiv für unser Orchester von Johannes Weik erschaffen wurde, beim

Herbstkonzert
am 20.November

Zuvor aber gibt es noch einen ganz anderen Höhepunkt in Bittenfelds Kulturleben nämlich den

Gemeinsamen Ausflug der Bittenfelder Musikfreunde
„Märchenhafter Blautopf und UNESCO Welterbe“
am Samstag 24.09.2022 – Abfahrt 7:45 Uhr

Lieder mit und ohne

Lieder begleiten uns Menschen von der Wiege bis zum letzten Gang. Sie sind alltäglich. Nach einer Definition befragt, würde die Antwort wohl üblicherweise lauten, dass Lieder Worte sind, die mit einer Melodie vorgetragen werden. Selbst für Rap-Musik gilt das. Dennoch sind damit noch nicht alle Lieder beschrieben. Es gibt nämlich auch Lieder ohne Musik. Es gibt sogar ganze Sammlungen davon. Die Manessische Liederhandschrift ist ohne Frage der prächtigste Vertreter dieser Gattung. Seit 1888 wird sie in der Universitätsbibliothek Heidelberg aufbewahrt. Entstanden ist dieses außergewöhnliche Werk bereits vor ungefähr 700 Jahren. Es umfasst in der Hauptsache Liebesgesänge der höfischen Kultur. Denn der ritterliche Liebesdienst, den man seinerzeit Minne nannte, war den gehobenen Ständen vorbehalten.

Melodienotationen zu den Texten fehlen. Das uns bekannte Notensystem mit 5 Linien war zwar schon erfunden. Da die Lieder aber immer solistisch vorgetragen wurden, improvisierte der Sänger. Je nach Stimmung und eigenem Können war das Erlebnis für die Zuhörerinnen und vielleicht auch Zuhörer in jedem Fall einzigartig. Noten hätten die Entfaltung der Gefühle beim Minnesang nur eingeengt. Darüber, wie diese Lieder einst klangen, können wir heute nur spekulieren.

Die Phantasie können jedoch auch Lieder anregen, die gar keinen Text haben. Zur Sammlung „Lieder ohne Worte“ gehören 48 lyrische Klavierstücke, die Felix Mendelssohn Bartholdy zwischen den Jahren 1829 bis 1845 komponierte. In Reinhard Amons „Lexikon der musikalischen Form“ werden diese Lieder nüchtern mit „Erzählton, Sprachlichkeit, leicht fassliche und lyrische Melodik, klare Form“ charakterisiert. Ihre Ansprache an die Gefühle erleben die Zuhörenden aber sicherlich genauso individuell wie die Menschen vor 700 Jahren. Nur, dass in unseren Tagen die Stimmung und das Empfinden des Publikums entscheidend sind.

Eine einfühlsame und aufgeschlossene Zuhörerschaft wünschen wir uns auch für unser

Herbstkonzert
am 20.November

Zuvor aber gibt es noch einen ganz anderen Höhepunkt in Bittenfelds Kulturleben nämlich den

Gemeinsamen Ausflug der Bittenfelder Musikfreunde
„Märchenhafter Blautopf und UNESCO Welterbe“
am Samstag 24.09.2022 – Abfahrt 7:45 Uhr

Märchenhafter Blautopf und UNESCO Welterbe

Gemeinsamer Ausflug der Bittenfelder Musikfreunde
Busexkursion nach Blaubeuren
am Samstag 24.09.2022
Abfahrt 7:45 Uhr

Gemäß Evolutionstheorie überleben diejenigen Lebewesen, die besondere Fähigkeiten entwickeln. Beim Menschen gehört die Musik zweifelsohne dazu. Dass jene kunstvolle Eigenart die Menschheit schon sehr lange beflügelt, beweisen uralte Funde, die interessanterweise in relativer Nähe zu unserem schwäbischen Heimatort entdeckt wurden. Diese archäologische Schatztruhe ist zwar nicht gleich um die Ecke, aber immerhin so gut erreichbar, dass wir unseren nächsten Busausflug an diesen geschichtsträchtigen Ort machen können. Die Reise geht zur UNESCO-Welterbestätte „Hohle Fels“ in der Schwäbischen Alb. Dort wurden nämlich nicht nur die weltbekannten „Löwenmenschle“ und „Venus vom Hohlefels“ ausgegraben, sondern weniger als ein Meter davon entfernt das älteste erhaltene Musikinstrument überhaupt, die so genannte „Gänsegeierflöte vom Hohlefels.“ Die Bittenfelder Musikfreunde werden das Ausgrabungsgebiet, das mehrere Höhlen umfasst, bei einer exklusiven Höhlentour mit dem Blautopfbähnle erkunden.

Nach der Mittagspause im Gasthaus „Löwen“ in Blaubeuren geht es dann zu Fuß weiter durch die Altstadt Blaubeurens inklusive Gerberviertel und dem Benediktinerkloster mit seinem spätgotischen Hochaltar der Ulmer Schule bis hin zum magischen Blautopf. Ihre Vollendung findet die Tour aber im Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren. Die dortige Ausstellung präsentiert unter Anderem all die genannten Kleinode, die mit ihren 35000 Jahren so alt sind, dass sich die europäische Antike dagegen fast wie gestern anfühlt.

Eingeladen zu dieser außergewöhnlichen Exkursion sind alle Bittenfelder mit Interesse an Musik, Kunst und Kultur.

Gigamusik

Heute muss alles irgendwie gigantisch sein. „Giga“ ist ein regelrechtes Trendwort. Man trifft es zum Beispiel beim Anpreisen von Schnäppchen. Verbunden mit der Einheit Byte ist es das Mindeste, was man als Speichergröße für Computer und Smartphones fordert. Ja neuerdings gibt es sogar Gigafabriken für die Fertigung von Akkumulatoren für E-Autos. Soll die Musik da zurückstehen?

Tatsächlich gibt es in Italien einen Tanz, der Giga heißt. Allerdings wird dabei das G am Anfang wie ein J gesprochen. Dieser Gedankengang führt zu dem Tanz, um den es hier in dieser Ausgabe gehen soll, den Jig. Während nämlich die Giga in Italien seit über 300 Jahren außer Mode ist, erfreut sich der Jig in Irland größter Beliebtheit und bildet ein wichtiges Element des sprichwörtlichen „Irish Folk“. Im Gegensatz zu vielen europäischen Ländern ist die irische Volkskunst in der Musik und beim Tanz bis in unsere Tage quicklebendig. Vielleicht hat das damit zu tun, das Irland sehr lange Zeit eine britische Kolonie war und die Irinnen und Iren bei den fremden Landesherren nicht eben als ebenbürtig angesehen wurden. Umso mehr blühte im Verborgenen eine selbstwertbewahrende Kunst, die man einfach durch mitmachen, mitsingen und mittanzen weitergeben konnte.

Alt wie der Jig nun mal ist, ist er kein ausgesprochener Paartanz. Getanzt wird von einer Tänzerin oder einem Tänzer allein, aber viel öfter in Gruppen. Elegante beschwingte Drehungen spielen bei ihm keine Rolle. Es wird gestampft, gehüpft und geschritten. Solch eine Urform des Step-Tanzes benötigt deshalb auch einen sehr lebendigen Rhythmus. In trockener Theorie ausgedrückt hat die rhythmische Grundeinheit die Dauer von drei Achtelnoten. Aus diesen Grundeinheiten ergeben sich dann zweizählige Takte (6/8, Betonungsmuster schwer – leicht) oder Dreizählige (9/8, schwer – leicht – leicht) und sogar Vierzählige (12/8). Die Melodien bestehen oft nur aus Achtelnoten.

So trocken sich das in diesen Zeilen liest, umso bewegender ist diese Musik, wenn man sie hört und erlebt. Nicht jeder von uns hat die Gelegenheit, sich live gespielt von einem Jig in Irland begeistern zu lassen. Einen Irish Pub hat sich bisher in unserer Heimatgemeinde auch nicht etabliert. Dennoch sollen unsere Bittenfelder Mitbürger bald in den Genuss dieser Musik kommen, nämlich bei unserem

Herbstkonzert
am 20.November

Apropos Herbst, für Grundschüler, bereits ab der 1. Klasse, offeriert der Musikverein „Frei weg“ die

Blockflötengruppe 2022
ab Oktober
im Musikheim am Zipfelbach
in Bittenfeld