Erinnerung an Harald Wenig

Vergangenen Freitag mussten wir Abschied nehmen von unserem langjährigen Vorstand Harald Wenig. Es war eine bewegende Trauerfeier. Wir durften dabei einen Teil der feierlichen Umrahmung gestalten. Doch ebenso die Gemeinschaft der Egerländer, deren Fürstand in Baden-Württemberg er viele Jahre war, gab ihm ein würdiges Geleit.

Für jene, die an der Trauerfeier nicht teilenehmen konnten, wollen wir hier noch einmal an Harald Wenig erinnern. Wir machen dies aber nicht mit einer langen Liste von Funktionen, die er innehatte, oder einer Aufzählung von Verdiensten, sondern wollen uns ganz auf seine Zuneigung zur Musik konzentrieren. Aus ihr schöpfte er Kraft. In ihr sah er aber gleichsam ein gutes Mittel, um den Frieden und das Zusammenkommen der Menschen zu fördern.

Erinnert sei an unsere Partnerschaft mit den Musikern aus Vaskút. Vaskút ist eine Ortschaft nahe Baja im Süden Ungarns, über 1.000 km entfernt von Bittenfeld.

Harald Wenig war es, der diesen Kontakt knüpfte. Und er war es dann auch, der den ersten Besuch organisierte. Das war in einer Zeit, als der eiserne Vorhang immer noch eisern war. Von keinem administrativen Hindernis ließ er sich ab- oder gar aufhalten. Mit viel Ausdauer und Hartnäckigkeit holte er sämtliche Genehmigungen ein. Außerdem klärte er mit unserem Musikfreund Stephan von der dortigen Kapelle Vaskút die Modalitäten bis in die Details. Die Kraft für diesen Aufwand gab ihm die Musik. Liebe versetzt Berge, eingeschlossen die zur Musik. Und es zeigt genauso wunderbar, dass Musik alle Grenzen überwindet. Bei diesem Besuch und folgenden, überdies bei Gegenbesuchen, wurde viel gemeinsam musiziert. Und es wurden Freundschaften geknüpft, die zum Teil bis in unsere Tage bestehen.

Wir sind uns sicher, dass Harald Wenig heute in Vaskút noch viele Türen offen stünden und dass er zu dem einen oder anderen Schoppen spontan eingeladen werden würde.

Auch wir wollen sein Andenken bewahren.