Den richtigen Ton finden

Für die einen ist es ein Phänomen, für andere gar ein Wunder. Selbst die Wissenschaft ist sich nicht einig, was sie davon halten soll. Gehört hat aber eigentlich schon jeder davon, dem absoluten Gehör.

Ein anderer Begriff führt uns in diesem Zusammenhang auf eine interessante Spur. Fragt man nämlich einschlägige Quellen nach einer Definition für das absolute Gehör, erhält man in der Antwort einen Hinweis auf das Tonhöhengedächtnis. Es geht demzufolge nicht unbedingt um perfekte Ohren, sondern die Fähigkeit, einen gehörten Ton mit seinem „internen Archiv“ abzugleichen, ihn korrekt zu erkennen und zu benennen. Wer also einen Ton hört – egal auf welchem Instrument er gespielt wurde – und sagen kann: „Das ist ein Cis“, der hat es, das absolute Gehör. Natürlich nur, wenn das auch wirklich stimmt und nicht geraten wurde.

Diese „Begabung“ haben neben Menschen ebenfalls einige Tiere und zwar jene, die über bestimmte Lautfolgen beziehungsweise Melodien untereinander kommunizieren. Sofort fallen einem da Wale ein und Vögel. Aber Wölfe gehören genauso dazu und Mäuse.

Menschen wurden auf diese Fertigkeit erst aufmerksam, als Musik in Systemen notiert wurde und einige wenige Musizierende in der Lage waren, ohne Hilfsmittel die richtige Note zu nennen. Lange hielt man dies für angeboren. In den zurückliegenden Jahren haben Forschende jedoch nachweisen können, dass das absolute Gehör erlernbar ist. Allerdings verpassen die meisten Eltern den richtigen Zeitpunkt, ihren Sprösslingen dieses Geschenk mit auf den Weg zu geben. Denn diese spezielle akustische Intelligenz wird zusammen mit dem Erlernen der Muttersprache ausgeformt und endet gemeinsam mit jener frühkindlichen Phase im Alter von sechs bis spätestens sieben Jahren. 

Deshalb ist musikalische Früherziehung so nützlich für den Nachwuchs. Schließlich geht es neben dem Erwerb erweiterter kognitiver Möglichkeiten genauso um die Grundlagen für das Erlernen von Fremdsprachen.

Eines ist aber ohne Zweifel ermutigend. Um das Schöne in der Musik zu empfinden, benötigt man kein absolutes Gehör. Es genügt, sich selbst aktiv mit der Kunst der schönen Klänge zu beschäftigen, ein Instrument zu spielen, zu singen oder wenigstens gute Musik zu hören.

Jahreskonzert des Musikvereins „Frei weg“
am Sonntag, dem 22. November
in der Gemeindehalle Bittenfeld

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