Mitunter überrascht uns Vertrautes, wenn man es näher betrachtet. Ja selbst Traditionen unterliegen einem Wandel, je länger sie zurückreichen bzw. ausgeübt werden. Nehmen wir ein Beispiel aus der Musik.
Seit wann Menschen Musik machen, kann niemand wirklich beantworten. Bemerkenswert ist, dass sich bereits Philosophen im Altertum mit Musik beschäftigten und dass antike Mathematiker versuchten, eine Musiktheorie zu „errechnen.“ Leider ist uns von den Werken, denen damals die Menschen lauschten, nichts überliefert. Die ersten Aufschriebe gibt es für mittelalterliche Kirchenmusik. Der Festlichkeit der Liturgie des christlichen Gottesdienstes angemessen wurden damals wichtige Passagen durch eine sogenannte „Schola cantorum“ begleitet. Anfangs bestanden diese aus besonders geschulten Männern, oft Mönchen, die im Wechsel mit der Gemeinde sangen. Wir kennen dies heute unter dem Namen gregorianische Musik. Im Laufe der Zeit unterschied man den einstimmigen gregorianischen Choral von der mehrstimmigen Figuralmusik. Mit der Entwicklung der wirtschaftlichen und technischen Möglichkeiten konnten sich immer mehr Kirchengemeinden eine Orgel leisten, die die Gemeinde beim Singen begleitete. Der eigentlich einstimmige Choral geriet so mit der Zeit erst in den Hintergrund und dann fast in Vergessenheit. Wobei der Name Choral an sich nach und nach überhaupt auf kirchliche Musik übertragen wurde. Beginnend mit dem 16. Jahrhundert wurde die Kirchenliedmelodie im mehrstimmigen Gesang, der „cantus firmus“, Choral genannt. Seit dem 18. Jahrhundert wird im Protestantismus das Gemeindelied insgesamt mit Melodie und Text als Choral bezeichnet. So heißt auch die abschließende Strophe in Kantaten und Oratorien „Choral“.
Doch unwichtig ist, wie man die Musikstücke nennt, die bei einem feierlichen Gottesdienst gespielt werden. Wichtig ist doch, dass sie festlich und schön das Besondere hervorheben. In diesem Sinn möchte der Musikverein den
Gottesdienst zu Fronleichnam
am 26.Mai 2016
10:00 – 12:00 Uhr
umrahmen. Bei schönem Wetter findet er im Garten des Kindergartens neben der katholischen Kirche statt.
