Wer lernen will, muss fühlen

1616Dem aufmerksamen Zeitungsleser ist es bestimmt nicht entgangen, dieses wirklich interessante Zitat des bekannten Schauspielers Heiner Lauterbach in der letzten Wochenendausgabe der Waiblinger Kreiszeitung. Auf die Frage nämlich, dass ihm Musik ja offensichtlich wichtig sei, schließlich er habe vor 7 Jahren im Alter von bereits 56 Jahren noch angefangen Klavierunterricht zu nehmen, antwortete er: „Mein Vater kannte Musik nur aus dem Aufzug. Schade, denn Musik öffnet eine Welt, die man betritt oder eben nicht. Ich halte Leute, die sie nicht betreten, automatisch für etwas ärmer.“

Dem muss nichts zufügen, kann es aber. Und weil das hier die Rubrik des Musikvereins „Frei weg!“ Bittenfeld ist, seien noch ein paar Worte erlaubt.

Musik selber zu machen ist, wie hier schon mehrfach geschrieben wurde, eine sehr gute „Arznei“ gegen den schleichenden Verlust der geistigen Fähigkeiten. Durch die gleichzeitige Aktivierung vieler Hirnareale unter Anderem für das Sehen (Notenlesen) oder das Gedächtnis (auswendig spielen), die Geschicklichkeit und letztlich auch für das Hören bleiben die grauen Zellen einfach gut in Form. Und Spaß macht es obendrein.

Doch bereits das aufmerksame Hören beziehungsweise Zuhören ist nutzvolles Gehirnjogging.

In ihrem Buch „Wer lernen will, muss fühlen. Wie unsere Sinne dem Gedächtnis helfen“ beschreibt die Autorin und mehrfache Junioren-Gedächtnisweltmeisterin Christiane Stenger die Zusammenhänge zwischen bewussten Sinneswahrnehmungen und der Fähigkeit neue Kenntnisse zu erwerben und zu speichern. Denn so wie unser Körper durch Mangel an Bewegung, Unterforderung und Bequemlichkeit erschlafft und sich Muskeln zurückbilden, ergeht es ebenso unserem Gehirn. Um uns vor Reizüberflutung zu schützen, werden nämlich nur die Informationen durch die „Eingangskontrolle“ durchgelassen, die wirklich neu sind. Alles andere wird ausgeblendet. Im Trott des Gewohnten wird das Hirn in einen energiesparenden Ruhemodus versetzt, der, wenn er lange anhält, unser Denkvermögen genauso erschlaffen lässt, wie die o.g. Muskeln. Doch das muss nicht sein. Jeder kann täglich etwas dagegen tun. Den Muskeln hilft sicher der mögliche Verzicht auf das Auto oder den Aufzug.

Unserem Denkorgan hilft es auf die Sprünge, unsere Umwelt zwischendurch auch mal bewusst wahrzunehmen.

Welche Töne gibt es im Haushalt? Macht Ihr Kühlschrank Geräusche?

Tja und schließlich kann man dieses Training für unseren Verstand lustvoll steigern, indem man Musik mit offenen Ohren empfängt und fein hinhört. So kann selbst das Gedudel im Lift spannend werden. Besser noch, besuchen Sie Konzerte und lassen sich in neue Welten entführen und nebenher noch fit machen.

Der Musikverein wird beim

Gottesdienst zu Fronleichnam
am 26.Mai 2016
10:00 – 12:00 Uhr

bei schönem Wetter im Garten des Kindergartens neben der katholischen Kirche von sich hören lassen.