Polkaeinerlei?

Es gibt Begriffe, bei denen, wenn man sie hört, eigentlich alles klar ist. Aber halt, die Tücke steckt im Detail. So könnte zum Beispiel der Auftrag, ein Kilogramm „Obst“ zu kaufen, Fragen aufwerfen. Und von „Bäumen“ hat jeder von uns zwar sofort eine Bild vor Augen. Jedoch, das wissen wir, kennt man recht viele verschiedene Arten. Genauso ist die Polka weit davon entfernt, ein Einerlei zu sein. 

Obwohl dieser Tanz seine Ursprünge in Tschechien hat, entstand ausgerechnet im Wien der 1860-er Jahre die Polka française, also die Französische Polka. Sie ist im Vergleich zu ihrer „Mutter“ etwas eleganter mit leichterem Charakter. Ihr 2/4-Takt hat eine feinere Artikulation und so war sie eher im höfischen und salonmusikalischen Milieu anzutreffen. Übrigens, die väterliche DNA der Polka française stammt von Johann Strauss Sohn.

Aus der gleichen Liaison wurde die Polka Mazur geboren. Sie stellt eine Mischung aus Polka und Mazurka dar und zeigt 3/4-Anklänge in Betonung und Phrasierung. Im Ausdruck ist die Polka Mazur etwas getragener und tänzerisch schwingend. Mit anderen Worten, Paare können mit ihr auf dem Tanzboden durchaus viel Spaß haben.

Zum Tanzen ungeeignet ist dagegen die sogenannte Schnellpolka. Man könnte sie als die dritte Schwester ansehen. Vom Konzept her war sie von Anfang an für den Konzertsaal gedacht. Musiker können beim Vortrag einer Schnellpolka nämlich ihre Brillanz zeigen. Denn dieser Polkaversion sind technisch schwierige Passagen und ein hohes Tempo eigen. Oft sind sie deshalb im schnelleren 4/8-Takt, statt im üblichen 2/4-Takt, geschrieben.

Überdies, so werden Kenner einwerfen, unterscheidet man die Polka doch ebenso in eine böhmische und eine mährische Variante. Das ist richtig. Mehr dazu folgt in einer kommenden Ausgabe.

Wer über die Polka nicht nur lesen sondern mit ihr beim Spielen im Orchester Vergnügen haben möchte, ist eingeladen zu unseren 

Musikstunden immer freitags von 20 bis 22 Uhr.

Außerdem, nicht vergessen:

Generalversammlung des Musikvereins „Frei weg“
am Sonntag 15.03.2026 um 11:00 Uhr
im Musikheim am Zipfelbach