Gewicht des Papiers

In den Kampfsportarten unterteilt man die Kämpfer der Fairness halber in verschiedene Gewichtsklassen. Bei den Männern und Frauen geht es mit dem Halbfliegengewicht los. Das klingt nicht nach sehr viel und ist es auch nicht, nämlich ab 46 bzw. 45 kg. Für sportbegeisterte Kinder benötigt man deshalb etwas noch leichteres. Und so kam man auf das Papiergewicht.

Aber ist Papier wirklich so leicht? Jemand, dem schon mal ein Atlas oder Lexikon auf die Füße gefallen ist, wird das sicher sofort verneinen. Aber ganz im Ernst, Papier ist ein Superschwergewicht, wenn es um die kulturelle Entwicklung der Menschheit geht. Um Nachrichten und Ideen zu konservieren oder weiterzugeben, hat man vieles ausprobiert, geschliffene Steinplatten, Kupferblech, Leder und Papyrus. Doch hat die Exklusivität dieser Materialien die massenhafte Verwendung für viele Menschen nicht wirklich gefördert. Erst mit dem relativ preiswerten Papier und der Fertigkeit des Druckens konnten sich Gedanken in Windeseile verbreiten, konnte Kunst zu einem Volksphänomen werden. Selbstverständlich haben die Literatur und Graphik in erster Linie vom Papier profitiert. Dass man Papier auch zur Herstellung von Kleidern und Anzügen verwenden kann, hat die jetzt in der Stihlgalerie zu Ende gegangene Ausstellung „PAP(I)ER FASHION“ eindrucksvoll bewiesen. Doch auch für uns Musiker spielt Papier eine entscheidende Rolle, ermöglichen doch erst aufgeschriebene – gedruckte – Noten die Aneignung von Musikstücken, die man selbst noch nicht gehört hat. Aber ach, die Sprache der Musik kennt nur eine Schrift und lässt viel Raum für Interpretation. Man unterscheidet den Könner vom Anfänger daran, wie sehr er das, was zwischen den Noten steht, zu Gehör bringen kann. Mit unserem Dirigent Hans Kuhnle haben wir in den zurückliegenden Musikstunden jedenfalls fleißig geübt, damit wir möglichst viele Feinheiten für unser Publikum transparent machen können. Wir präsentieren diesen neuen Sound an unserem

Fest der guten Laune
am 1. Mai ab 11:00 Uhr
in Siegelhausen

Wir sehen Sie, Sie hören uns in Siegelhausen.

Übrigens, bei uns sind die jungen Künstler keine Papiergewichte. Sondern haben sich je nach Engagement einen gewichtigen Platz in den Reihen der aktiven Kapelle erarbeitet.