Einschlägige Nachschlagewerke definieren das Echo als Reflexionen einer Schallwelle, die so stark verzögert sind, dass diese als separates Hörereignis wahrgenommen werden.
Im Unterschied zu dieser kalten und abstrakten Erklärung gibt es ja noch das emotionale Echo. Denn vielleicht summt und klingt so manchem unserer Konzertbesucher vom vergangenen Sonntag noch die Melodie unseres Abschlussmarsches „Die Sonne geht auf“ in den Ohren. Auf jeden Fall war dieses Musikstück, das wir gemeinsam mit den Gästen vom Musikverein Stuttgart-Hofen intonierten, gerade dazu angetan, den feuchtkalten November und unangenehmen Gruß aus der Arktis vergessen zu machen.
Überhaupt war die Musik des Abends eher von wärmeren Gefilden inspiriert. Es gab spanisches Temperament, kolumbianische Rhythmen sowie Impressionen aus Oregon und Kalifornien. In dem breit gefächerten Programm gab es darüber hinaus ebenso ein ernsthaftes musikalisches Gedankenspiel, wie geduldig die Natur uns Menschen wohl erträgt mit einer eindringlich mahnend tickenden Uhr und die Erinnerung an die Jazzlegende Chuck Mangione. Thorsten Wolf am Flügelhorn verzichtete zwar auf Chucks Erkennungszeichen, den Hut, nicht aber auf Leidenschaft und Virtuosität.
Neben diesem künstlerischen Highlight gab es noch einen emotionalen Höhepunkt, nämlich als sich unser Verein beim amtierenden ersten Vorstand Gerd Luithardt für sein 60 jähriges Wirken für die Musik überhaupt und den Bittenfelder Verein „Frei weg“ im Besonderen bedankte. Mit diesem wirklich ungewöhnlichen Jubiläum für ununterbrochen aktive Musikförderung, das wohl auch europaweit nicht sehr oft gefeiert werden kann, hat Gerd Luithardt Eingang in die Bittenfelder Geschichte gefunden.
Danke zu sagen an all die vielen Freunde und Helfer, die durch ihren uneigennützigen Einsatz diesen Abend erst ermöglichten, ist den Musikerinnen und Musikern aber genauso ein Herzensanliegen. Es war ein grandioser gemeinsamer Musikabend mit einem wunderbaren Publikum, der in uns sicher noch lange als angenehmes Echo nachklingen wird.
