Bozner Bergsteigermarsch

Sommerzeit ist Reisezeit. 

Nach der Exotik der vergangenen Woche ist es vielleicht angebracht, sich wieder etwas Näherliegendem zuzuwenden. Aber auf dem Weg zurück könnten wir noch einen Zwischenstopp einlegen und zwar in einer Region, die bei den Menschen hier als Urlaubsziel hoch geschätzt ist, im Winter zum Skilaufen und die restliche Zeit im Jahr zum Wandern – Südtirol. Die Hauptstadt Südtirols ist Bozen. Dieser Name taucht im Namen eines Marsches auf, den die Kapelle des Musikvereins wirklich gerne intoniert, sei es bei Ständchen, Auftritten oder eben bei Festumzügen wie vergangenes Jahr in Schwaikheim. Der „Bozner Bergsteigermarsch“ wurde 1949 von Sepp Tanzer komponiert. Dass man ihn auch singen kann, wissen vielleicht nicht alle. Vor 100 Jahren schrieb Karl Felderer 7 Strophen für das Bozner Bergsteigerlied, auch bekannt als „Südtiroler Heimatlied“. Allerdings war 1926 die Nennung Südtirols aufgrund der Faschisierung des öffentlichen Lebens verboten. Deshalb verwendete er etliche geographische Umschreibungen, mit denen sich die Einheimischen dennoch weidlich identifizieren konnten. Heute wird dieses Lied, das mit den Worten „Wohl ist die Welt so groß und weit …“, nach der Melodie des Trios des „Bozner Bergsteigermarsch“ gesungen. 

Zu seiner Entstehungszeit hochpolitisch, bewegen sowohl Text und Musik die Menschen noch heute. Der Dichter Karl Felderer gab an, eine Aufführung des Marsches anlässlich der 150-Jahr-Feier des „Tiroler Freiheitskampfes“ 1959 in Innsbruck miterlebt zu haben, bei der sich nach den ersten Klängen des Liedes tausende Menschen erhoben und mitsangen.

Ob die Musikerinnen und Musiker unseres Vereins beim nächsten Festumzug diesen Marsch ebenfalls spielen werden, ist noch nicht ausgemacht. Dieser Umzug wird nämlich bereits am kommenden Wochenende sein, wenn viele Bittenfelder Musikfreunde ins hessische Dörnberg (Nähe Kassel) fahren. Am Samstagabend haben die Aktiven einen Auftritt bei der dortigen Kirmes. Und am Sonntag marschieren sie gemeinsam mit den Dörnberger Musikanten.

Und mit jenem kleinen Schlenker kommen wir bereits zurück nach Bittenfeld, wo wir uns vor einer Woche über die fürwahr großzügige Spende der Targobank zur Förderung der Jugendarbeit des Musikvereins „Frei weg“ freuen durften.