bereits in der vergangenen Woche stand das Fagott im Mittelpunkt dieser kleinen Kolumne und wurde dabei etwas ungewöhnlich und schräg beleuchtet. Nun soll hier Gelegenheit einer Ehrenbetrachtung sein, denn dieses beachtliche Holzblasinstrument spielt für die Stadt Waiblingen eine nicht ganz unbedeutende Rolle.
Vermutlich weiß es nicht jeder, doch in der Anton-Schmidt-Straße in Waiblingens Kernstadt befindet sich die Meisterwerkstatt für Holzblasinstrumentenbau – Bernd Moosmann GmbH. Sie ist die Wiege für bis zu 300 Fagotte pro Jahr. Gespielt werden diese Meisterwerke quasi in der ganzen Welt. In über 60 Ländern auf allen Erdteilen verhelfen diese speziellen Exportschlager aus unserer Heimat Künstlern zu Erfolgen.
Einen nicht zu unterschätzenden Anteil an diesem Erfolg, hat die Entwicklung eines besonderen Kontrafagotts. Diese einzigartige Ausführung kann nämlich einen halben Ton tiefer gehen als seine klassischen Geschwister. Zuerst bestellt hatte es vor 35 Jahren der österreichische Fagottist und Komponist Professor Werner Schulze. Er wollte auf diese Weise mit seiner Musik den Walgesängen im wahrsten Sinne des Wortes näher kommen. Diese großen Meeressäuger könnten diese tiefen Töne – wie man so weiß – verstehen. Ob ihnen aber jemals ein Konzert mit einem Moosmann Kontrafagott mit Subkontra-As vorgespielt wurde, ist leider nicht überliefert. Was Wale dazu zu sagen hätten eben so wenig.
Nun ja Wale gehören in Waiblingen üblicherweise auch nicht zum Publikum und in Bittenfeld ebenfalls nicht. Für unser heimisches Publikum und Freunde der Blasmusik „renovieren“ wir gerade unsere Notenmappen. Das Ausprobieren und Anspielen machte die letzten Proben deshalb recht interessant. Und die kommenden werden es genauso.
Wer mitmacht kann Musik gestalten.
Musikstunde der aktiven Kapelle
freitags von 20:00 bis 22:00 Uhr
im Musikheim am Zipfelbach
